GR 20  Korsika  Urlaub  Bilder  

Urlaub in Korsika 31.08.-19.09.2016

 
 
Mittwoch 31.08./ Donnerstag 01.09.2016
Anreise über Nacht
Endlich sind wir wieder auf dem Weg nach Korsika. Obwohl das letzte Mal erst 2 Jahre her ist, kommt es mir ewig vor. Aber mit all der Dinge der letzten Zeit braucht es diesmal länger bis Urlaubsstimmung aufkommt. Wie immer starten wir freitags am frühen Abend und nehmen die morgen Fähre von Savona aus. Auch wenn es vom Stau her geht, wir noch kurze GeoCache Stopps einlegen, ist die Fahrt anstrengend. Wir werden nicht jünger und wenn ich bedenk, dass ich früher die Strecke fast allein durchgefahren bin, kann ich mir das heute so gar nicht mehr vorstellen. Doch irgendwann ist auch die längste Fahrt vorbei und wir sind am Hafen von Savona. Der ist zwar nicht ganz so hässlich wie der von Livorno, aber mal nen grünes Eck wo die Hunde noch schnell machen könnten gibt’s auch hier nicht. Ich umrunde gefühlt Stundenlang das Hafengebäude, weil da immerhin etwas grün ist, doch Tay will einfach nicht machen.
Im Sonnenaufgang legt unsere Fähre an und nun ist sie da, die Urlaubsstimmung! Wir suchen uns ein schönes Plätzchen in Liegestühlen auf dem Außendeck und genießen die Überfahrt bei herrlichem Wetter. Ein wenig Vespern, viel Dösen (die Fahrerei in der Nacht hinterlässt nun mal spuren), die Sonne genießen und schon schiebt sich Korsika ins Bild, auch wenn es noch etwas dauert bis wir Bastia erreichen.
Unser erstes Ziel heißt GR20, genauer die letzten 4 Etappen dieses auf seinem Weg nach Süden, die wir 2014 nicht mehr geschafft hatten. Also auf Richtung Col de Verde und in Ghisoni finden wir einen kleinen Campingplatz im Wald.

Freitag 02.09.2016
Auf in die letzten Etappen des GR20
Schon am gestrigen Abend haben Pepe und ich die Rucksäcke geschnürt und so kann uns Papa zeitig zum Col de Verde fahren. Wir sehen ihn und Tay dann übermorgen wieder, der ist nämlich für eine 3 Tages Gebirgstour noch viel zu jung.
Den ersten Teil geht es durch Macchia und Wald, später auf offener Fläche Bergauf, bis wir am Mittag einen Sattel erreichen, doch für eine Mittagspause ist es uns zu windig. Auch wenn die Sonne scheint und es warm ist. Die Landschaft ist einfach herrlich, von dem Sattel haben wir einen wunderbaren Blick. Gigantische Blicke, wunderbare, wenn auch eher karge Landschaft, herrliches Wetter, was will das Wanderherz mehr! Teilweise haben wir Blicke bis ans Meer, auch wenn es leider heute etwas diesig ist.
Schließlich erreichen wir das Refuge d'Usciolu und finden am Hang relativ weit unterhalb der Hütte einen freien Platz für unser ja nicht ganz kleines Zelt (3 Personen Zelt). Die Duschen sind draußen und natürlich nicht gerade warm, so geht das alles trotz weniger duschen für relativ viele Wanderer, recht schnell von statten. Auf den Kocher haben wir diesmal verzichtet und begnügen uns mit kalter Platte. Später haben wir einen wundervollen Sonnenuntergang.

Samstag 03.09.2016
der letzte 2000er auf dem GR20
Wie immer stehen wir eher als eine der letzten auf, es ist auffällig wie unterschiedlich das in den verschiedenen Regionen ist. In Schweden gehörten wir, obwohl wir nicht früher waren, immer zu den ersten, in den Alpen und auf Korsika immer zu den letzten. Und damit uns gleich mal warm wird, startet der Tag gleich mal bergauf, mit einem schönen Blick zurück auf das Refuge.
Nun geht es auch erst mal eine Weile oben entlang, allerdings bei weitem nicht eben. Schmaler Pfad über Geröll und Felsen, anstrengend und ein oder 2 Stellen sind auch dabei, die an meine Psyche gehen. Es ist seit dem Unfall immerhin das erste Mal in den Bergen und ich kann nicht behaupten, dass das alles keine Spuren hinter lassen hat. Auch wenn die Berge in keiner weiße ihre Magische Wirkung verloren haben. Schnell wird mir klar, dass ich zwar wieder sicherer werde, meinen Einschätzungen auch wieder Anfang zu vertrauen, aber einiges doch nie wieder wie früher werden wird. Und auch wenn die Shelties wirklich nicht rumrennen, nicht jagen, nicht weglaufen, sehr gutes Körpergefühl haben,... laufen sie viel an der Leine.
Am Ende sind wir froh als die Kletterei ein Ende hat und wir den Abstieg in ein Hochtal auf 1500 Meter beginnen. Unten trennen sich der alte GR20, der nun als Variante markiert ist und die neue Wegführung des GR20. Wir haben uns aber entschieden dem alten Weg zu folgen, denn anders müssten wir einen Tag mehr einplanen oder recht weit laufen. Außerdem wollen wir wirklich gerne dieses Hochtal durchqueren. Es ist auch wirklich herrlich, wenn auch die Sonne ungeschützt rein knallt und wir froh sind das es hier auch ein paar Bächlein für die Hunde gibt. Nach unserer Mittagspause wollen wir am liebsten einfach nur in der Sonne sitzen bleiben.
Nun steht nochmal ein letzter 2000er auf dem Programm, der Monte Incudine. Der Aufstieg ist nicht schwierig oder besonders steil, aber man merkt schon, dass die Hitze ganz anders an den Kräften zehrt. Dafür kann man dann herrlich auf dem Berggipfel in der Sonne sitzen und die gigantische Sicht auf alle die Berge und Täler drumrum genießen.
Doch irgendwann wird’s dann auch für uns Zeit weiter zu ziehen, denn auch wenn wir unterwegs wenig Menschen begegnen und auf dem alten GR20 noch weniger, an den Hütten ist doch einiges los und wir wollen noch einen Stellpatz für unser Zelt ergattern auf dem man auch gut schlafen kann und so machen wir uns an den Abstieg zum Refuge d'Asinao. Hier müssen wir dann doch eine Weile suchen bis wir auch hier ein ganzes Stück unterhalb der Hütte einen recht abgelegenen schönen Stellplatz finden.
Und so folgt das übliche Ritual mit Zeltaufbauen und einräumen, Hunde versorgen, nacheinander duschen, was essen und nach etwas Abend genießen geht es recht zeitig ins Bett.

Sonntag 04.09.2016
wieder vereint
Wie immer starten wir als einer der letzten. Ein letzter Tag mit schwerem Rucksack, heute Abend treffen wir am Col de Bavella wieder auf Papa und morgen wird es wieder nur eine Tagestour.
Doch Pepe schwächelt etwas, sie hat sich mal wieder auf der erste Etappe übernommen. Pepe hat doch inzwischen größere Probleme mit längeren, alpinen Touren mit dem schweren Gepäck. Sie kann ewig laufen, auch bergauf, solange sie nicht steigen muss, aber sobald sie steigen muss, scheint es ihr doch sehr an die Substanz zu gehen. Aber der heutige Tag sollte nicht mehr ganz so heftig werden.
So beginnt der Tag auch mit einem Abstieg und dann geht es eigentlich nur noch ewig durch den Wald an der Bergflanke entlang. Klar schon auch mal hoch, aber die meiste Zeit eher eben und abwärts. Nur zum Schluss kommt nochmal ein stärkerer Anstieg, bevor wir den Col de Bavella erreichen.
Der heutige Tag war deshalb auch nicht so spannend, aber dafür entschädigt der Col de Bavella mit wundervollen Blicken auf herrliche Felsformationen. Allerdings ist die Hölle los! Der Parkplatz völlig überfüllt, ein einziges Verkehrschaos, es wimmelt von Menschen. Am unteren Ende des Parkplatzes setz ich Pepe im Schatten mit dem Gepäck ab und mach mich auf die Suche. Schnell habe ich die Scudoline gefunden, aber die ist verschlossen und kein Papa in Sicht, also mal schnell hoch ans obere Ende, von da hat man dann doch einen besseren Überblick und da sehe ich Papa auf einem Stein sitzend auf uns warten. Irgendwie haben wir es geschafft fast aneinander vorbei zu laufen. Und da ist natürlich auch mein Tay, und ich bin nicht mehr zu halten, ich fliege den Berg runter, über die Straße und als Tay mich hört kapiert er erst mal gar nichts. Doch dann rafft auch das Baby das da seine Mama von der anderen Seite angerannt kommt und Papa hat keine Chance mehr ihn zu halten. Die nächsten Minuten berühren seine Füße den Boden höchstens für eine Millisekunde.
Papa hat inzwischen auf den Gemeindecampingplatz in Zonsa umgesiedelt, eine größere Fläche im Wald wo wenig los ist.

Montag 05.09.2016
ganz allein unterwegs und Abschied vom GR20
Heute bin ich ganz alleine Unterwegs, wirklich alleine. Keine Pepe, keine Hunde, keine Ahnung obs das schon jemals gab. Pepe will lieber einen Ruhetag einlegen, ihr ist ein erneuter Wandertag zu viel. Und so liefern sie mich nach einem gemütlichen Frühstück am Col de Bavella ab. Während ich wandern gehe, packen die Beiden alles zusammen und ziehen nach Porto Vecchio um.
Auch am Morgen ist schon wieder einiges los, doch die Massen lasse ich ganz schnell hinter mir. Die Morgenstimmung ist sensationell. Das Licht, dazu spielen vereinzelte Wolken zwischen den Bergen, ich kann gar nicht genug davon sehen und bleibe immer wieder stehen um mich umzudrehen.
Am Anfang geht es erst mal eine Runde bergab, hier schießt auf einmal ein Hund an mir vorbei, später treffe ich Menschen, erst hinterher wird mir klar das die wohl den Hund suchen, ich hoffe doch sehr das sie ihn gefunden haben!
Dann folgt der erste von nur 2 größeren Anstiegen heute und auch die sind kaum noch der Rede wert. Oben angekommen mache ich erst mal eine Pause, genieße die Sonne und die Ruhe, denn die Hütte ist fast einsam. Weiter geht’s, und bald auch nochmal hoch, die schicken Felsformationen dominieren. Ich komm schnell voran, der Weg ist nicht mehr schwierig. Auch hier läd die gigantische Natur nochmal zu einer Pause ein, bevor ich mich an den langen Abstieg mache. Nicht mehr lang und der Wald fängt immer mehr an das Bild zu dominieren.
Mittem im Wald die Ruinen der Cabanes de Capellu, wo ich meine Mittagspause mache und mein mitgebrachtes Essen, bestehend aus Wurst, Käse und etwas Brot verzehre.
Der Wald weicht der Macchia und schließlich gelange ich unten am Punta-Pinzuta-Bach nochmal an richtig schicke Badegumpen. OK, groß sind sie nicht und vor allem die größeren unten auch ganzschön veralgt. Aber oben auf dem Felsen gibt es super tolle "Badewannen", das Wasser ist nicht ganz so kalt und wer hat schon eine Badewanne mit einem solchen Ausblick?
Doch irgendwann wird’s dann doch Zeit aufzubrechen und ich mache mich an den letzten Aufstieg. An der Bergflanke entlang geht es hoch zur Bocca d´Usciolu, noch einmal Felsen genießen, der schmale Durchgang und dann nähert sich der Weg wirklich seinem Ende, auch in meinem Kopf. Nun folgt nur noch der unspektakuläre Abstieg nach Conca, einzig der Blick bis ans Meer hat nochmal einen besonderen Reiz.
Und schon bin ich im Ort und es dauert auch nicht mehr lange bis ich Papa, Pepe und die Hunde gefunden habe.
Der Campingplatz in Porto Vecchio liegt direkt am Meer, aber der Strand ist sehr schmal und zum Baden gehen mit den Hunden eher kein Platz.

Dienstag 06.09.2016
die Katastrophe, und nun?
Der Tag der alles veränderte. Ein Anruf und schon war klar, der Urlaub ist beendet, Papa muss nach Hause zurück. So packten wir alles zusammen und machten uns auf den Weg nach Bastia. Wir machten uns Sorgen und waren sehr traurig, wir hatten uns auf diese Auszeit gefreut, hatten sie eigentlich auch dringend nötig, aber im Moment schien uns das Leben keine Auszeit gönnen zu wollen.
Je näher wir Bastia kamen, je mehr Zeit vergangen war und der erste Schock sich gelegt hatte, desto mehr fing Papa an Gedanken zu spinnen wie er alleine heim kommen könnte... Pläne geschmiedet, umgeworfen, Möglichkeiten gecheckt und am Ende saß Papa alleine in einer Fähre um vom Festland aus nach Hause zu fliegen.
Wir landeten bei Bastia auf dem Campingplatz San Damiano auf dem Etang. Unsicher ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, mit einem schlechten Gewissen Papa allein gelassen zu haben, auch wenn es sein Wunsch war. Und wie sollte der Urlaub nun überhaupt weiter gehen? Den geplanten Mare a Mare konnten wir ohne Papa nicht gehen, lange Wanderungen waren mit Tay ja nur begrenzt möglich. Sollten wir überhaupt zurück in den Süden fahren?
Und so planten wir am Ende komplett um und wollten erst mal Richtung Norden, nochmal ans Cap, von dort nach St Florent, dann Calvi und dann eventuell übers Landeinnere zurück.
Am Abend treiben uns dann die Gewitter ins Zelt, was nicht gerade hilfreich bie der momentanen Stimmung ist. Zumindest ist Papa gut zu Hause angekommen!

Mittwoch 07.09.2016
Strandrunde im Entang bei Bastia
Heute ist nach dem gestrigen Gewitter das Wetter noch nicht so super, aber weitestgehend trocken. Dafür haben wir nun endlich mal so richtige Wellen und so beschließen wir den geplanten Strandtag doch zu machen. Tay bekommt die Schwimmweste drauf und darf sogar mit ins Meer, der kleine Mann wird zu einer richtigen Wasserratte.
Zum am Strand liegen ist es für uns fast etwas kühl, dafür umso besser um am Strand etwas lang zu wandern.
Ansonsten lassen wir es langsam angehen, die Ereignisse des gestrigen Tags bestimmen noch ganz unsere Gedanken. Die Sorgen und Ängste werden uns auch den restlichen Urlaub nie ganz verlassen.

Donnerstag 08.09.2016
auf in den Norden
Heute machen wir uns auf den Weg nach Norden, ganz gemütlich wollen wir die Küsten entlang rauf zum Cap Corse und rüber nach Centuri Port fahren, auf den Campingplatz wo wir schon mal waren. Der Versuch Bastia erst mal in die Hügel zu verlassen klappt ja noch, aber der Versuch da oben dann nach Norden zu fahren um dann später wieder auf die Küstenstrasse zu treffen misslingt ein wenig. So gibt’s ne extra Runde und dann landen wir doch wieder viel zu früh auf der Küstenstrasse. Egal.
Erster Stopp ist Erbalunga, wo wir gemütlich das Dörfchen mit seinen Schmalen Gassen und den Genuesenturm besichtigen. Und eine Weile an den Felsen am Meer sitzen.
Mittagspause mit Badepause machen wir am selben Strand wie damals. Die Hunde genießen das planschen, ok, außer Mun, die genießt den Strand und wir dösen ein wenig in der Sonne. An der Ecke an der wir sind ist leider der Meeressaum voller Algen und es ist etwas doof direkt ins Wasser zu gehen, aber man kann ja den Strand ein wenig zurück laufen.
Dann geht es die Ostküste weiter rauf, bis wir am Ende auf die Westseite queren und bei der Querung noch einen Stopp in Rogliano und seinem Nachbarort einlegen. Bevor es dann nach Cebturi zum einkaufen und dann in die Nähe von Centuri Port auf den Campingplatz geht, der inzwischen ganz neue Sanitäranlagen hat. Am Ende steht unser Zelt sogar fast an derselben Stelle wie damals unter den Bäumen. Einziges Manko, das Auto muss ein Stückchen weg stehen bleiben.

Freitag 09.09.2016
Wanderung am Cap Corse
Für heute haben wir uns eine nicht allzu lange Wanderung zu einem ehemaligen Convent und 2 Mühlen vorgenommen. Schon auf dem Weg nach oben wählen wir den falschen Weg, aber das Convent bzw. die riesige Kirche dieses ist von weitem zu sehen und so können wir gut darauf zu halten. Ein paar alte Mauern gibt es zu besichtigen, rein kann man leider nicht. Aber man fängt an sich vorzustellen wie das alles war, als es noch belebet war...
Auf unserem Weiterweg durch den Wald kommen wir an massig künstlich angelegten Terrassen vorbei, wo früher das Kloster seine Anbauflächen hatte. Der Weg ist schön, aber leider völlig falsch. Wir laufen eindeutig in die falsche Richtung. Und als wir oben im Dorf ankommen, merken auch wir das. Oben steht ein gigantisches Anwesen mit Gärten, wem das wohl gehört, bzw. was das wohl mal war?
Aber es hilft alles nicht, auch das GPS gibt nur eine Information, wir müssen zurück wo wir her gekommen sind, alles andere macht keinen Sinn. Also zurück bis zum Kloster und diesmal den richtigen Weg hoch zu den Ölmühlen, bzw. den ehemaligen Ölmühlen. Auch diese sind deutlich verfallen und sehen den hier in Massen vorkommenden Genuesentürmen sehr ähnlich.
Man hat nun sehr viele Ausblicke die Westküste entlang und aufs Meer. Der Weg ist gut zu gehen und führt dann auch bald abwärts durch den Wald. Die Wanderung macht uns richtig viel Spaß und der Ärger über den Verlaufer verfliegt, vor allem weil ja ein Teil dieses Verlaufers wenigstens ein schöner Weg war.
Am späten Nachmittag zieht es uns dann noch an den kleinen Strand von Centuri. Vom Campingplatz führt ein Trampelpfad nach unten, doof nur das man zurück alles wieder hoch muss. Es wird nochmal ausgiebig geplanscht und geschwommen.

Samstag 10.09.2016
weiter geht die Reise nach Calvi
Und schon verlassen wir das Cap Corse wieder. Gemütlich geht es die Westküste gen Süden. Kurz vor Nonza machen wir wieder halt an einem der grauen Strände. Die Hunde toben im Wasser, wir schwimmen und faulenzen. Nur leider kommt Jill Tays Spielie zu nahe, da versteht der so gar keinen Spaß. Da muss ich dringend dran arbeiten...
Am Nachmittag erreichen wir St Florent. Doch keiner der Campingplätze sagt uns so wirklich zu. Bis auf einer liegen alle auf der anderen Straßenseite als der Strand und der ist zwar ganz nett, aber auch sehr teuer, vor allem mit den Hunden.
Schließlich entscheiden wir uns einfach doch direkt nach Calvi weiter zu fahren und finden dort auf dem Campingplatz Dolce Vita am Ortseingang ein schönes Plätzchen. Der Platz ist recht groß, um die Jahreszeit nicht mehr so viel los. Die Stellplätze liegen komplett unter Bäumen, zum Strand ist es nicht sehr weit zu laufen. Nur die Sanitäranlagen sind nicht ganz so toll, aber das wussten wir ja auch alles schon vorher, hier waren wir, ich mein 2014 schon mal gewesen. Dafür ist es einer der wenigen die komplett kostenloses W-Lan haben und das ist gerade jetzt nicht ganz verkehrt.
Da wir nicht so recht wissen was wir eigentlich alles hier so machen wollen, befragen wir mal das Internet. Klar ist das wir zumindest einmal in den Kessel von Bonifatu wollen, aber ansonsten. Es darf ja auch nicht zu lange sein, müssen Rundtouren sein,... Und so stöbern wir ein wenig auf GPSies.com und werden schnell fündig. Wanderungen die von mehreren Personen eingestellt wurden können doch gar nicht so schlecht sein.

Sonntag 11.09.2016
Hausberg von Calvi: Col de Veta
Für heute haben wir uns eine Rundtour zum Hausberg von Calvi, dem Col de Veta ausgesucht. Das erste Problem ist mal wieder die Parkplatzsuche, denn der Startpunkt ist einfach in einer Wohngegend. Schließlich finden wir noch einen freien Platz am Strassenrand wo wir hoffentlich auch stehen dürfen...
Am Anfang durch Macchia und immer wieder auch Krüppelwälder steigen wir stetig höher. Später wird es immer felsiger, bis es am Ende rein über Fels und Geröll nach oben geht. Je höher wir kommen, desto toller wird die Aussicht auf Calvi und die Bucht von Calvi, ebenso der Blick in die Ebene hinter Calvi. Aber die Sonne brennt unerbittlich und wir hätten unsere Runde wohl besser früher oder halt erst in den Abendstunden gestartet. Aber wir haben zum Glück genug Wasser dabei und Pepe und ich mögen es ja warm, genauso wie Jill.
Für Tay ist es die erste echte Bergtour und er meistert die Hervorragend.
Von oben ist die Aussicht in alle Richtungen einfach nur wundervoll, vor allem natürlich auf die Bucht von Calvi.
Nach einer längeren Pause machen wir uns an den Abstieg auf der anderen Seite, der natürlich viel schneller geht, dafür aber nun halt den Blick ohne Umdrehen auf das Meer erlaubt. Und schon sind wir wieder am Auto und können den Tag noch gemütlich auf dem Campingplatz ausklingen lassen.

Montag 12.09.2016
Sentier de la Revellata zum Leuchtturm von Calvi
Da es gestern eher heiß und trocken war haben wir uns für heute ein Ziel am Wasser gesucht, dass wir gestern schon von oben gesehen haben. Es soll über den Sentier de la Revellata zum Leuchtturm von Calvi gehen.
Auch hier fahren wir erst durch Calvi durch zum Startpunkt und auch hier ist das mit den Parkplätzen nicht so üppig. Aber wir werden fündig und machen uns auf den Weg, immer knapp über dem Meer entlang, mit unzähligen Sand oder Felsbuchten. Leider sind aber die meisten schon besetzt, so dass wir nur einmal kurz ans Wasser gehen, damit die Hunde planschen können.
Auch hier bietet der Weg keinen Schatten, halt nur die Möglichkeit immer wieder sich im Meer abzukühlen. Der Leuchtturm selber ist recht frisch renoviert, aber leider geschlossen und nur von Außen zu betrachten. Eigentlich wollten wir hier dann eine Badepause machen, aber man kommt von hier nicht wirklich ans Meer und so machen wir uns halt direkt wieder n den Rückweg. Diesmal aber nicht direkt am Meer entlang, sondern auf einem breiten Weg mittig auf der Halbinsel.
Erst als wir Richtung Calvi abbiegen, kommen wir wieder auf den Pfad am Meer und finden dann auch eine Felsbucht wo niemand ist und wir mit den Hunden doch noch unsere Bade und Mittagspause machen können.
Gerade heute war es eine sehr gemütliche Wanderung, nicht sehr lange, für die wir uns viel Zeit gelassen haben. Und am Ende können wir auch heute den Tag noch am Campingplatz und am Strand von Calvi ausklingen lassen.

Dienstag 13.09.2016
Strandtag
Nach 2 Tagen mit Wanderungen ist es heute mal wieder Zeit für einen reinen Strandtag. OK, einen ganzen Tag halten wir nicht am Strand aus, also schlafen wir erst mal lange aus und irgendwann müssen wir ja auch mal wieder einkaufen gehen...
Aber einen Großteil des Tages verbringen wir am Strand, die Hunde toben im Wasser, wir liegen in der Sonne, baden im Meer und genießen einfach den Sommer!

Mittwoch 14.09.2016
durch den Forret de Bonifatu zur Bocca di Bonassa
Heute solls dann aber wieder wandern gehen, nun endlich in den Kessel von Bonifatu. Wir haben eine Wanderung durch den Forret de Bonifatu zur Bocca di Bonassa gefunden, die ganz interessant klingt.
Die Strasse hoch in den Kessel ist eigentlich ganz gut zu fahren, aber am Ende halt schon schmal und sehr kurvig. Aber um die Uhrzeit, auch wenn wir wie immer nicht gerade früh sind, fährt ja noch keiner runter, sondern alle hoch. Der Parkplatz ist kostenpflichtig, dafür aber auch groß.
Und schon sind wir unterwegs, tauchen direkt in den Wald ein und steigen immer steiler werdend nach oben. An ein paar Ruinen vorbei, bis zum ersten Aussichtspunkt. Der Wald ist so ganz anders, hier ist er sehr feucht, was auf Korsika ja eher selten ist, die Bäume sind trotzdem nicht riesig und knorrig. Herrliche Formen und übersät mit Flechten. Der Weg steinig.
Der erste Aussichtspunkt lässt bereits einen herrlichen Blick über den Kessel zu und wir bemühen gleich mal die moderne Technik mit Fernauslöser m ein "Selfie" zu machen. Und schon geht’s weiter, es warten ja noch weitere Aussichtspunkte auf unserem Weg nach oben.
Oben lichtet sich der Wald und dann sind wir am Pass. Wir suchen uns ein Plätzchen für eine Pause, versuchen ein wenig den Weg des Mare e Monti zu verfolgen und machen uns nach einer Weile dann wieder an den Abstieg, aber natürlich auf einem anderen Weg. Auch dieser führt wieder herrlich durch den Wald.
Unten angekommen entscheiden wir uns noch eine runde zum Bach zu gehen, der wie die meisten Korsischen Bäche immer wieder schöne Badegumpen bildet. Hier können die Hunde nochmal planschen und wir zumindest die Füße rein strecken, zum drin baden sind die nämlich ganz schön kalt.

Donnerstag 15.09.2016
Strandtag
Heute machen wir wieder einen Erholungstag, wobei durchaus zu definieren wäre was eigentlich für uns mehr Erholung ist.
Wir liegen am Strand, planschen im Meer, lesen und üben etwas am Campingplatz mit den Hunden. Auch das kann einen ganzen Tag ausfüllen.

Freitag 16.09.2016
Forret de Bonifatu
Heute geht es für eine erneute Runde in den Forret de Bonifatu. Diesmal einfach eine Runde durch den Kessel, eine ähnliche, aber kürzere Runde hatten wir vor Jahren schon mal mit Ann-Kathrin gelaufen und sie hatte uns so gut gefallen, dass wir das nun wiederholen wollten. Die erste Hälfte war auch gleich, doch dann ging‘s für uns noch etwas weiter hoch und nach vorn aus dem Kessel raus.
Es war eine wunderschöne Runde mit vielen tollen Felsen, vor allem da er hier eine wunderbare Farbe hat. Man hatte tolle Aussichten in den Kessel und später dann auch tolle in die Ebene von Calvi.
Leider war das Wetter heute das erste Mal nicht ganz so gut. Morgens hatte es noch geregnet, aber wir hatten Glück und blieben trocken. Im Lauf des Tages riss es dann immer mehr auf, so dass wir die Aussichten auch voll genießen konnten.

Samstag 17.09.2016
weiterfahrt nach Bastia
Langsam aber sicher neigt sich unser Urlaub dem Ende zu, das wird einem klar wenn man die Rückreise beginnt, auch wenn man die über ein paar Tage ausdehnt. Und so machten wir uns heute auf den Weg zurück nach Bastia. Die eventuell geplanten Zwischenstopps hatten wir ja gestrichen, weil es uns in Calvi einfach zu gut gefallen hat.
Calvi bietet wirklich eine tolle Möglichkeit von kurzen Wanderungen, Ausflügen (die wir ja diesmal kaum gemacht haben) und Strand, dadurch das der Camping wirklich fast direkt am Meer liegt. Durch das kostenlose W-Lan konnten wir gut Kontakt nach Hause halten, was diesmal ja dringend notwendig war. Zudem finden wir den weiträumigen Campingplatz unter den Bäumen sehr angenehm, im Hochsommer ist alles sicherlich etwas eng, aber jetzt hat man ums Zelt richtig viel Platz. Einkaufsmöglichkeiten sind auch nicht weit weg und zuletzt gibt es auch noch Calvi mit seiner Altstadt.
Auf dem Weg nach Bastia machten wir in dem etwas höher gelegenen Dörfchen Lumio noch einen Zwischenstopp um auch heute noch eine kurze Wanderung zu machen. Ziel waren die Ruinen einer ganzen Siedlung über Lumio, natürlich von Mönchen. Der Weg war als Rundweg angelegt, und zumindest auf unserem Hinweg sehr lange mit Trockensteinmauern gefasst. Es war wieder herrliches Wetter, doch der Wind wehte teilweise heftig.
Unterwegs machten wir noch kurze Abstecher zu ehemaligen Hütten von Schäfern, die aber nun immer mehr verfallen, das ist einfach schade.
Die Ruinen dagegen sind zwar auch verfallen, aber man versucht zu erhalten was noch da ist, so dass man auch nicht überall hin kann, aber fast. Naja, außer Grundmauern ist so viel ja auch nicht mehr über.
Danach machten wir uns auf die Weiterfahrt nach Bastia und runter an den Etang zurück auf den Campingplatz g San Damiano, wo wir dann einen herrlichen Sonnenuntergang am Strand genossen. Der Campingplatz ist ein 4 Sterne Campingplatz, von den Preisen aber noch ok, aber ansonsten bietet er schon was. Liegt direkt am Strand und ist gerade für die An- und Abreise sehr beliebt, worauf man hier auch voll eingestellt ist, da ja doch viele Fähren zu unchristlichen Zeiten gehen.

Sonntag 18.09.2016
zum Abschluss ein vollgelaufenes Zelt
Für heute hatten wir dann einfach noch einen Strandtag geplant, wollten den Urlaub nochmal ganz ruhig ausklingen lassen. Doch leider war das Wetter erneut nicht ganz so gut, zwar die meiste Zeit trocken und warm, aber die Regenwolken lauerten. Das Meer war wieder ordentlich aufgewühlt, was bereits von den vorhandenen Gewittern zeugte.
Wir ließen alles gemütlich angehen und entschieden uns dann eine längere Wanderung am Strand zu machen. Gemütlich marschierten wir barfuß im Sand entlang, die Hunde durften immer wieder im Wasser und am Strand toben, da heute wenig los war. Machten Fotos auf einsamen Ruderbooten und tollen Baumstämmen, sammelten Muscheln, Steine und Holz...
Doch dann holte auch uns, wir hatten extra schon umgedreht weil‘s uns doch zu schwarz wurde, ein Gewitter ein und wir flüchteten uns unter die direkt am Ende des Strands stehenden Bäume, die aber nicht allzu viel Schutz boten. Zum Glück hielt sich das Gewitter in Grenzen und wir machten usn auf den Weg zurück zum Campingplatz. Doch schon beim betreten vom Strand aus bot sich uns kein gutes Bild. Menschen die ihre Zelte trockneten, Seenplatten...
Und genau eine solche Seenplatte fanden wir auf unserem Stellplatz, das Zelt stand Zentimeterhoch unter Wasser. Zum Glück waren die Schlafkabinen dicht und wenigstens da alles trocken. Aber wir hatten vorher nicht aufgeräumt und so schwammen doch ein paar Utensilien, Geschirr, und leider auch ein paar nicht so gute Sachen im Wasser. Das haben wir am letzten Tag noch gebraucht. Aber es hätte schlimmer kommen können, manche hatten wirklich nichts mehr Trockenes...

Montag 19.09.2016
Alles hat ein Ende...
Und nun ist auch dieser Urlaub schon wieder, viel zu schnell vorbei. Der nach den Hiobsbotschaften und der Abreise von Papa, doch noch richtig gut war!
Früh packten wir alles zusammen um die Morgenfähre von Bastia nach Savona zu nehmen. Und dann folgte die lange Heimfahrt nach Neustadt, ohne Papa war die dann doch deutlich anstrengender. Ich bin einfach nicht mehr die Junge Nina, die das alleine in einer Nacht durchgefahren ist...

 

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