Enzos Magendrehung

25./26.07.2007
Die Woche hatte ja eigentlich schon schlecht genug angefangen mit Crazys Bissverletzung am Auge, aber das war scheinbar für eine Woche noch nicht genug Nachts in Tierkliniken gefahren.
Enzo hatte um kurz vor 23:00 Uhr seine letzte Portion Futter bekommen, danach ging es direkt runter ins Bett. Doch er lief nicht in sein Zimmer sondern zur Tür und so dachte Pepe das er noch mal raus müsse. Also lies sie ihn erneut in den Garten. Als sie ihn das erste mal rief, da er einfach nicht bei kam, dachte sie sich noch nichts dabei, das kam bei Enzo schon hin und wieder mal vor. Aber als sie ein 2. mal rief und er immer noch nicht kam, wollte sie lieber nachschauen gehen. Sie lief ins Zwischenstockwerk um eine Lampe zu holen und als sie wieder unten an ihrem Zimmer vorbei kam, lag Enzo auf seinem Platz. Also ist Pepe ins Bett, das Zimmer war nur durch den Fernseher beleuchtet, den sie nun auch aus schaltete. Doch Enzo fing nach kurzer Zeit an rum zu piensen, was bei Enzo ja auch nichts besonderes ist. Er pienst durchaus auch aus Langeweile, weil er was zu fressen oder spielen will. Aber aus irgendeinem Grund hat Pepe ihm nicht nur gesagt er soll ruhig sein, sondern das Licht angemacht und da sah Enzo bereits dick aus. Sie scheuchte ihn hoch um das besser sehen zu können und da war es doch sehr deutlich. Sie rief dann direkt bei und oben an.
Ich (Nina) war schon im Bett als um kurz nach 23:00 Uhr das Telefon klingelte. Pepe klang schon recht ängstlich. Sie glaubt Enzo habe eine Magendrehung. Ich also gleich mal die Treppe runter gestürzt. Und das sah wirklich nicht so gut aus, Enzo war doppelt so breit wie vorher. Doch als ich ihn abtastete zeigte er keinerlei Schmerz und man sagt doch Hunde mit einem Magendreher haben große Schmerzen. Trotzdem, sicher ist sicher.
Also ab hoch zu meinen Eltern und das Telefon geschnappt. Doch bei unserem Tierarzt ging keiner ans Telefon nur die Bandansage mit den Notrufnummern. Wir also die Nummer genommen die am nächsten dran war, doch die konnte uns nicht helfen und meinte wir sollen nach Ludwigshafen in die Tierklinik Schall. Also wir dort angerufen und uns angekündigt, ich habe schnell Schuhe und eine Hose über gezogen, Pepe und Enzo hinten in mein Auto verfrachtet, da waren noch nicht mal Sitze drin, aber das hatte Jürgen und Crazy die Woche ja schon getestet und los ging's.
Auf der Autobahn bin ich Vollgas gefahren, knapp 170 laut Tacho, mehr schafft der Scudo nicht, in Ludwigshafen dann immer noch 70. Hoffentlich werde ich nicht geblitzt… Aber das war alles egal, es ging nur darum so schnell wie Möglich dort an zukommen, natürlich ohne einen Unfall zu bauen. Die ganze Fahrt über blieb die Hoffnung das es irgendwas anderes ist und wir uns lächerlich machen, völlig umsonst da wie die Irren hin rasen.
Ich habe direkt vor der Klinik gehalten, Pepe raus gelassen, sie musste Enzo schon wirklich dazu auffordern, damit e überhaupt aufgestanden ist und dann habe ich erst mal das Auto geparkt.
Als Pepe rein kam, eine junge Ärztin hatte Nachtdienst, war auch noch eine Bernersennenhündin da die gerade auf dem Röntgentisch, ebenfalls mit Verdacht auf Magendrehung (sie hatte aber keinen) lag. Als die Ärztin Enzo sah, meinte sie nur, "der sieht aber nicht gut aus, Moment ich schaffe schnell die Hündin vom Tisch". Als Pepe ihn dann zum Röntgen bringen wollte ist Enzo bereits nicht mehr aufgestanden sie musste ihn tragen. Enzos Schleimhäute und Zunge waren schier weiß, er war kurz vor einem Kreislaufkollaps. Bis das Röntgenbild fertig war legte die Ärztin Enzo Infusionen und gab ihm Herzstärkende Medikamente. Enzo hatte eine Magendrehung. Sie piepste sofort ihren Kollegen an. Anschließend stach sie Enzos Magen an um die Gase entweichen zu lassen. Sie war kurz davor den nächsten Kollegen anzurufen als endlich der Rückruf kam. Nun hieß es Enzo stabil halten bis der Kollege kam, der ihn dann operieren würde. Wir fingen schon mal an Enzo für die Operation vorzubereiten und trugen ihn runter. Mit einem Schlauch versuchte die Ärztin ob sie in Enzos Magen käme um diesen zu leeren, aber da war nichts zu wollen.
Noch nie in meinem Leben hat etwas soooo lange gedauert bis endlich der Kollege da war und sie Enzo in den OP brachten. Die Ärztin versorgte nun noch die Bernersennenhündin und später auch noch ein Meerschweinchen, zwischendurch ging sie immer wieder runter zu ihrem Kollegen um ihm zu helfen und uns ein wenig auf dem laufenden zu halten.
Die Gefäße um Enzos Magen waren ziemlich zerstört und er muss fürchterlich geblutet haben. Ansonsten überstand er die Operation soweit gut und der Kollege verließ uns wieder. Die Ärztin machte noch sauber, wir saßen dann bei Enzo und warteten bis er wieder bei Bewusstsein ist. Als er dann endlich wieder bei sich war, naja, so halbwegs halt, er schließ gleich wieder weiter, wollten wir gehen doch in dem Moment fing Enzo an zu piensen und wir verfrachteten ihn erst noch in die Box. Morgen früh sollten wir uns melden und würden erfahren wann wir ihn wieder nach Hause mit nehmen können.
Eigentlich wollte Pepe mit Papa morgen früh nach Cham ins Fluglager fahren. Nach ihrer Magisterarbeit wollte Pepe ein wenig Urlaub machen. Doch dieser Urlaub war nun, genauso wie unsere in gut 2 Wochen geplante Alpenüberquerung gestorben…
Um 5:30 waren wir wieder zu Hause und ich legte mich noch schnell ne Runde ins Bett bevor ich wieder Aufstehen du zur Arbeit gehen musste.


26.07.2007
Bereits heute Abend holten wir Enzo wieder aus der Klink ab. Er kam schon wieder die Treppe hoch gestürmt, war aber schon noch fix und fertig. Durch die Bewegung blutete er doch noch mal aus der Wunde, so dass sie ihm noch einen Bauchverband anlegten. Wir bekamen gesagt auf was wir alles in Zukunft achten müssen, und bekamen auch noch einen Merkzettel mit. Morgen sollte Enzo allerdings noch mal erscheinen. Es wurde noch mal Blut genommen um zu checken ob sein herz was abbekommen habe und so. Sollte sich sein Zustand in den nächsten 48 Stunden nicht verschlechtern ist er überm Berg. Also ganz grob, wenn er das Wochenende übersteht, dann hat er das schlimmste gepackt.
Einerseits waren wir natürlich froh Enzo nun wieder bei uns zu haben ihn umsorgen zu können, andererseits war uns auch ganz schön mulmig zumute. Würden wir rechtzeitig erkennen wenn irgendwas nicht stimmt. Es ist eine ganz schöne Verantwortung und wir hatten Schiss… In der Klinik wäre er einerseits sicherlich besser aufgehoben da sie sofort erkennen würden wenn was nicht stimmt, andererseits wäre er dort allerdings nicht unter dauer Beobachtung. Also so gesehen wieder viel besser bei uns aufgehoben.
Die erste Nacht schlief Pepe so gut wie gar nicht, ständig in Sorge um Enzo, wachte sie beim kleinsten Zucker oder lauteren Atmer von ihm auf…

27.-30.07.2007
Ich überlegte mir lange ob ich wirklich übers Wochenende auf die Obedienceprüfung und das Seminar fahren sollte. Aber Pepe meinte das ich ja eh nichts tun könnte und ich habe mich doch drauf gefreut, ich solle doch fahren. Im Nachhinein wäre ich wohl besser nicht gefahren, denn so wirklich toll war es nicht und ich war oft mit meinen Gedanken bei Enzo.
Jeden Abend rief Pepe an und verkündete das es Enzo ein klein wenig besser gehe.
Er ist überm Berg! Er hat es überstanden!
Doch bei Pepe und auch bei uns bleibt sicherlich noch lange die Angst. Die Angst vor einem erneuten Magendreher. Denn an sich haben wir nichts falsch gemacht, wir hätten es nicht verhindern können.
Pepe schläft noch immer schlecht, schreckt bei jedem falschen Geräusch hoch.
Enzo hat nun noch absolute Schonfrist, in einer guten Woche können wir anfangen sein Futter langsam wieder auf sein normales umzustellen, aber er soll weiterhin nun 4 mal am Tag Futter bekommen. Auch die Gassirunden, vor allem im garten, können wir dann langsam wieder erhöhen, allerdings soll Enzo bis Ende Oktober nicht springen und nicht wie ein Irrer toben, damit der Magen, der mit der Bauchwand vernäht wurde, richtig festwächst.
Das wird eine lange anstrengende Zeit, denn Enzo zeigt schon jetzt das er zwar total unfit ist, aber das ganze ganz schön langweilig findet.

09.08.2007
Bei Enzo, wie auch Crazy mit ihrem Auge, wurden heute die Fäden gezogen. Enzos Wunde ist zu, sieht aber noch nicht so toll aus. Die Anfängliche stärkere Entzündung ist zwar weg, aber sie ist immer noch an einigen Stellen gerötet und dick. Sowieso ist es eine recht wulstige Narbe.

20.08.2007
Als ob nicht einmal was einfach gut laufen könnte. Enzos Narbe ist immer noch an einigen Stellen gerötet, wie Pusteln und heute gestern Abend schaute aus einer ein blauer faden raus. Anscheinend verträgt Enzo das Nahtmaterial mit dem die Innere Haut des Bauches genäht wurde nicht. Er bekommt nun erneut Antibiotika und wenn es nicht besser wird, dann müssen sie ihn erneut operieren und das Nahtmaterial entfernen. Allerdings sollte sich das nahtmaterial nun eigentlich bereits auflösen. Wir hoffen doch sehr das Enzo, dem es ansonsten super geht, um diese weitere Operation drum rum kommt!

25.08.2007
Enzos Wunde sieht deutlich besser aus! Das Antibiotika scheint zu wirken! Es ist nun nur noch eine ganz kleine Stelle leicht gerötet und das wird sicherlich nun auch bald weg gehen!
Jetzt bleibt nur noch das Problem von Enzos Gewicht. Enzo ist ja sowieso eher zu leicht (normal sollte er so 39 kg wiegen, normal wiegt er aber nur so 36 kg) und nun hat er bis auf 32 kg abgenommen. Wie wir das wieder drauf bekommen sollen, wo er doch eh nicht alles in Mengen Essen soll, wissen wir nicht so recht. Aber auch wenn Enzo keine Kondition mehr hat und vergleichsweise schnell ermüdet, geht es ihm ansonsten richtig gut!
Pepes nerven haben sich auch wieder etwas beruhigt und sie schläft Nachts wieder, aber so ganz normal ist alles noch lange nicht wieder. So traut sie sich nicht ihn länger allein zu lassen, kann aufgrund dessen das er noch nicht Springen und wie ein Irrer toben soll auch oft nicht mit, wir können noch nicht wirklich wieder gemeinsam Gassi gehen,… Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern bis alles wieder "normal" ist!

17.10.2007
Enzo geht es blendend. Die Wunde ist gut verheilt, das Fell ist zwar noch kürzer als normal, aber schon kräftig gewachsen, er ist fit und will ständig nur spielen. Also ganz der Alte!
Seid kurzem darf er nun auch wieder toben, nur am springen wird er noch weitestgehend bis Ende des Monats gehindert. Seid zwei Woche trainiert Pepe auch wieder etwas Obedience mit ihm, macht wieder lange Wanderungen, und er darf nun auch wieder am Fahrrad laufen, wobei man hier doch noch stark merkt das es mit der Kondition und den Muskeln noch nicht soweit her ist, aber das wird langsam immer besser.
Nur Pepe ist noch nicht wieder ganz die Alte, die viele Fütterei (Enzo bekommt für den Rest seines Lebens 4 mal am Tag Futter) setzt ganz schön zu, zudem hat sie Angst ihn länger allein zu lassen. Die Sorge es könnte noch mal passieren ist immer noch sehr Gegenwärtig. Aber ich denke auch das wird sich ganz, ganz langsam legen.