restliches Deutschland  Urlaub  Bilder  

 

Urwaldsteig Edersee: Kirchlotheim - Scheid - Hemfurth - Kirchlotheim

 
  Rundwanderung für 3 Tage, 73 km
Mehr unter http://www.waldeck.net/urwaldsteig/

Wir sind den Weg vom 02. Ė 04.04.2010 gelaufen. Diesmal hatten wir wieder das Zelt mit und haben auf Campingplätzen übernachtet. Erstaunlicherweise war es Nachts im Zelt mit den Hunden richtig warm, nur die Abende waren recht kühl. Durch die Dicke Kleidung hatte jeder von uns 13 kg im Rucksack plus noch das Wasser. Fyn startete mit 6,5 kg und Lex mit knappen 3. Für Jill war es ja die erste längere Tour und sie hatte viel Spaß, eine richtige kleine Wandermaus.
Wir hatten diesmal unser neues GPS dabei, dazu einen Kartenausdruck, aber der Weg ist hervorragend markiert, so dass man Beides nicht braucht. Unser GPS hat uns morgens am 3. Tag auch bereits verlassen, die Akkus halten doch kürzer als erhofft.

1. Tag: Kirchlotheim - Ochsenbühl - Herzhausen - Asel - Parkplatz an der "Strieder-Eiche" - Katzenberg - Lindenberg - Kahlen Hardt - Scheid (22)
Nachdem Pepe noch mit der Zeitumstellung kämpfte, entscheiden wir nicht so früh aufzustehen, wird schon passen. Um 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg, zuerst noch Tanken und dann ab auf die Autobahn. Die Fahrt verläuft Problemlos und schon um 10:30 erreichen wir den Edersee. Erstaunlich schnell finden wir den Wanderparkplatz "Himmelsbreite" bei Kirchlotheim.
Mal kurz umschauen, dann Schuhe anziehen, die Hunde und uns mit den Rucksäcken bestücken und um kurz nach 11:00 Uhr sind wir auf dem Weg.
Das Wetter ist herrlich, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein pur, soweit angenehme Temperaturen, natürlich noch recht kühl, was halt an der Jahreszeit liegt.
Gleich zu Beginn treffen wir die ersten Wanderer die nach unseren Hunden fragen und ein Gruppenbild von uns machen. Sehr nett!
Wie immer fallen unsere Taschenhunde auf und sorgen für nette Unterhaltungen.
Der Weg beginnt als recht breiter Waldweg und schlängelt sich zunächst bis Kirchlotheim hinab. Durch die Felder geht es bis zur Eder, die wir auch gleich überqueren. Es geht sich gut, die Hunde sind begeistert, endlich wieder unterwegs.
Nach der Brücke müssen wir erst mal schauen wo genau unser Weg weiter geht. Wunderschön geht es an der Uferpromenade von Herzhausen entlang. Der Weg ist ein Kopfsteinpflasterweg mit blauen Wellenlinien und grünen Fischen. Bleibt nur die Frage ob die nun unter oder über Wasser sind.
Wieder führen die Hunde zu netten Gesprächen, man ist völlig erstaunt das wir im Zelt nächtigen.
Bald verlassen wir den See wieder und sind das erste Mal frustriert (und es bleibt auch das einzige mal, zumindest aus diesem Grund). Wir wissen nicht wo unser Weg weiter geht. Dabei sind die Markierungen eigentlich reichlich und hervorragend. Und eigentlich hätten wir auch nur geradeaus weiter gemusst, der Weg war nur nicht mehr als solcher zu erkennen. Ich denke durch die Aufräumarbeiten nach dem Sturm, war er als Weg nun eher unkenntlich.
Wieder am Seeufer angekommen haben wir erst mal Mittag gemacht. Es gab leckeren Eiersalat mit etwas bröseligem Schüttelbrot.
Von nun an folgten wir dem Radweg, aber die Radfahrer die wir treffen sind erstaunlich freundlich und stören sich auch nicht wenn sie anhalten müssen. Unspektakulär, aber schön, geht es durch den Wald weiter. Immer etwas hoch und runter, doch deutlich über dem Edersee, mit teils herrlichen Blicken auf diesen und das gegenüberliegende Ufer, zieht der Weg durch den Wald.
Die meiste Zeit führt der Weg in Ufernähe entlang und da der Edersee einer Schlangenlinie gleicht geht es viel hin und her. Immer erst nach Süden in die Schleife rein, dann wieder nach Norden raus, dabei stetig gen Osten...
Es geht sich gut, aber wir merken schon das wir noch nicht eingelaufen sind. Bei Asel überqueren wir den Zufluss, hier zeigt sich zum ersten mal der Frühling so richtig, mit ein paar schönen Weidekätzchen. Ansonsten ist der Wald wenig Frühlingshaft, kein grün an den Bäumen. Dadurch geht auch etwas das Urwaldfeeling verloren, dafür hat man ungehindertere Blicke auf den See.
Wieder vorn am See, natürlich hoch über diesem, machen wir nochmal eine kurze Pause. Für längere Pausen ist es eh zu kalt, auch wenn uns das Wetter ansonsten heute verwöhnt, denn beim Laufen schwitzt man ja doch. So machen wir vermutlich insgesamt mal wieder viel zu wenig Pausen.
Durch den Wald steigen wir bergan. Nun wird der Weg wieder halbwegs eben, dafür sehr schmal und wunderschön. Der "Knorreichensteig" führt uns hoch oben die Landzunge nach vorne. Viele alte, knorrige Bäume säumen den Weg. Dazwischen hat man einen schönen Ausblick auf den See. An der Spitze geht es runter an den See, bevor wir nun auf der "anderen Seite" wieder zurück laufen. Hier geht es nun wieder hoch in den Wald. Die ersten Bäume liegen quer über dem Weg, das überklettern ist gar nicht so einfach. Dann ist der Weg wegen eines Erdrutsches gesperrt und wir müssen nach oben ausweichen. Der Weg ist ganz schön steil und wir kommen heftig ins Schwitzen.
Als wir den breiten Waldweg an der "Kehre" des Edersees erreichen sind wir reichlich geschafft und brauchen dringend eine Pause. Die ganze Zeit gab es Bänke in Massen nur jetzt kommt einfach keine. Schließlich machen wir auf einem Baumstammstapel Pause und ich (Nina) versau mir die Hose mit Harz. Hoffentlich geht das wieder raus.
Weiter geht es eine Zufahrtsstraße entlang bis zu einem Waldparkplatz. Hier begegnen uns nochmal einige Leute und Lex schmust sich durch, während wir über unseren Weg, die Hunde und so ausgefragt werden.
Nun geht es nochmal einen schmalen Steig bergab bis nach Scheid. Auch dieser ist sehr schön. Scheid eine wirklich hübsche Halbinsel besteht fast nur aus Campingplätzen, angefüllt mit Dauercampern. So viele Dauercamper auf einem Haufen haben wir noch nie gesehen! Und nun? Welchen Campingplatz nehmen wir? Von 3 kenn ich die Preise, doch wie kommen wir zu dem billigsten? Und der 2. Billigste ist genau gegenüber des Waldausgangs. Wirklich noch weiter gehen? Wir sind Beide ziemlich am Ende und so bleiben wir schlussendlich hier, auf dem Campingplatz Seemannsheim. Der Campingplatz erinnert irgendwie an eine Reihenhaussiedlung, so in Reih und Glied stehen die Camper dicht an dicht, irgendwie nicht schön.
Die Platzwartin ist eine typische Campingtussi, irgendwie Klischeehaft, aber sehr nett, die Zeltwiese, die wir ganz für uns allein haben, liegt leider direkt an der Strasse, hat aber im Eck wenigstens einen Baum um die Hunde, ok Eno und Jill anzubinden. Meine bleiben artig so liegen.
Wir bauen alles auf, gehen auf Toilette und uns umziehen. Dann kochen wir für uns Essen, erst eine Suppe, dann ein Nudelgericht. Der Kocher macht mal wieder Schwierigkeiten, er will nicht angehen, ist zu kalt? Mit einem Streichholz anstelle des Feuerzeugs, das ich in die Brühe lege, funktioniert es dann und die Suppe ist schnell warm. Das tut so gut. Mit den Nudeln haben wir dann so unsere Probleme, der Kocher brennt nicht ordentlich mit blauer Flamme, sondern mit hohen roten Flammen und Rust dabei alles zu, einschließlich des Topfes. Die Flammen schlagen seitlich bis oben. Doch schließlich sind auch die Nudeln gut.
Nun bekommen auch die Hunde was zu fressen und selbst Fyn schlingt es hastig runter.
Bis alles Weggeräumt ist, das Geschirr gespült und die Hunde Gassi geführt sind ist es längst dunkel und um 22:00 Uhr gehtís ab in die Haia.
Doch die Nacht wird unruhig, Fyn spukt und würgt die halbe Nacht und ich habe das Gefühl wir schlafen erst in der Morgendämmerung ein.


2. Tag: Scheid - Nieder-Werbe - Mühlecke - Schlossberg Waldeck - Uhrenberg - Kanzel - Hemfurth (27 km)
Da ich erst sät eingeschlafen bin, schlaf ich lang und wir stehen erst um 8:30 auf. In Ruhe werden die Hunde versorgt und alles gepackt. Fyn macht uns wieder Sorgen, denn er frisst nichts, schließlich verteilen wir es an die Anderen und er bekommt ein paar Trockenleckerlies, die er frisst. Warum muss Fyn immer so ein Theater ums Fressen machen wenn wir wandern sind, Zuhause ist er doch auch nicht so. Aber da er die eingeweichte Pampe anscheinend nicht mag wird er es wieder uneingeweicht bekommen, in Korsika hat das ja auch geholfen...
Pepe versetzt uns einen riesen Schock weil sie ihre Uhr verstellt hat, ganz so spät ist es nun doch noch nicht. Wir essen eine Kleinigkeit, füllen die Flaschen, bezahlen und um 10:00 Uhr sind wir unterwegs.
Gleich sind wir wieder auf unserem Weg. Im Zick-Zack, hoch und runter, geht es durch den Wald, immer mehr oder weniger parallel zu einem Edersee-Zufluss Richtung Nieder-Werbe. Eine Stunde später stehen wir über Nieder Werbe. Es bieten sich schöne Ausblicke auf See und Ort. Runter und noch vor dem Ort, durch den wir nicht kommen, den Fluss/See überquert. Sehr schön geht es am See entlang ein Stück zurück, der Blick auf Nieder-Werbe ist wunderschön. Enzo will am liebsten baden gehen. Dazu ist das Wetter nun aber wirklich nicht gut/warm genug. Aber im Vergleich zur Vorhersage haben wir echt Glück, Sonne und Wolken wechseln sich ab, aber bis abends bleiben wir trocken.
Nach Nieder-Werbe geht es wieder heftig steil den Berg hoch. Auf dem Weg hoch liegen einige Bäume, darunter eine Tanne quer überm Weg. Die Überwindung ist teilweise die reinste Kletterpartie, auch Lex tut sich manchmal schwer.
Dann erreichen wir eine kleine Schutzhütte in der wir eine kurze Pause machen. Doch die Hütte ist nicht sehr schön und so geht es bald weiter. Wieder vorn am See werden wir mit einem herrlichen Blick über den See und das gegenüberliegende Ufer belohnt. Wunderschön in der Sonne, relativ eben, verläuft der Weg nun parallel zum Ederseeufer, hoch über diesem.
Später trennt sich der Weg mehrfach vom Ufer, auf dem Weg ins Bährental finde ich zufällig an einem Baum einen GeoCatche. Dann überqueren wir eine Brücke und es geht wieder hoch. Wir haben das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Es ist schon 13:00 Uhr und wir sind noch weit von Waldeck entfernt wo wir Mittag machen wollten. Bis Waldeck wird es viel zu spät und als wir eine schöne Bank in der Sonne sehen machen wir Mittag.
Danach geht es wieder runter bis zur Seilbahnstation zum Schloss Waldeck. Unterwegs sehen wir ein paar wild übereinander geworfene Baumstämme und versuchen uns an einem Gruppenbild der Hunde. Was aber nicht so einfach ist, da Enzo Mühe hat sich auf dem relativ schmalen Baumstamm zu halten und Fyn es auch nicht so ganz gebacken bekommt.
Gegen 14:30 erreichen wir endlich Waldeck. Wir müssen ein ganzes Stück durch den Ort, aber der Weg führt meist auf Pfaden nicht an der Strasse entlang. Am höchsten Punkt gibt es neben der Stadtmauer auch einen Aussichtspunkt, der mit einem genialen Blick auf Schloss und See aufwartet. Nur es ist sehr windig! Der Wegweißer fasziniert uns, 16200 km bis Sidney, Südpol 15700 km!
Aus Waldeck raus geht es in den Wald am Hexenkopf vorbei Richtung Teufelsgraben. Wir machen auf einem Baum gerade ein paar Jill Bilder als plötzlich ein Mann mit 2 Hunden vor uns steht. Doch unsere sind super lieb, kommen sofort her und gehen artig vorbei, trotz das der Weg sehr schmal ist. In der Beziehung sind sie einfach toll, meine 2 kann ich sogar frei an anderen Hunden vorbeischicken inzwischen.
Ständig hoch und runter, auf schmalen Pfaden geht es weiter. Wir machen uns etwas Sorgen wegen der Zeit, da wir bis hinter Waldeck wirklich lang gebraucht haben, doch nun geht es irgendwie richtig flott vorwärts. Im Nu stehen wir an der Abzweigung zur Kanzel, die völlig überraschend schon nach wenigen Minuten erreicht ist. Von hier hat man nochmal einen super Blick auf Schloss und See. Wir streben nun unserem Ziel entgegen, hoffentlich verpassen wir die Abzweigung nicht, an der wir den Urwaldsteig verlassen müssen um zu unserem Campingplatz zu gelangen. Unterwegs versuchen wir unbedingt einen Blick auf die Staumauer zu erhaschen, da wir nicht wissen ob wir sie überhaupt zu Gesicht bekommen. Aber kurz vor der Abzweigung, die ganz leicht zu finden war, ist ein toller Aussichtspunkt auf die Staumauer. Nun haben wir sie doch gesehen.
Nach kurzem Anstieg wird der Weg recht eintönig, führt aber nun wenigstens stetig bergab nach Affoldern. Kurz vorm Ziel fängt es auch noch zu regnen an. Das hat uns gerade noch gefehlt. Schnell schlüpfen wir in die Regensachen, aber der Schauer streift uns nur.
So erreichen wir dann doch recht früh, gegen 17:00 Uhr den Edertaler Hof. Der Campingplatz ist sehr einladend, auf einer Campingwiese stehen sogar 2 Zelte. Wir nehmen die andere Wiese, die wir ganz für uns allein haben. Trotzdem stellen wir unser Zelt in einer Ecke auf. Kaum aufgebaut, aber noch nicht fertig eingeräumt, kommt der nächste, diesmal richtige Schauer. Dies ist auch nicht der letzte am heutigen Abend.
Dafür gibt es warme Duschen und Toilettenpapier. Da es sich später einregnet können wir draußen nicht kochen und so wird kalt gegessen, was nicht gut für unsere Mittagessenvorräte ist. Als es gegen 21:00 Uhr kurz aufhört zu regnen, füttern wir die Hunde, Fyn bekommt sein Futter uneingeweicht und frisst es dafür komplett auf, gehen Gassi und machen uns endgültig Bett fertig. Diese Nacht schlafen wir besser, diesmal schläft auch Fyn ganz ruhig und tief und fest.


3. Tag: Hemfurth - Großer Hegekopf - "Sauermilchplatz" - Daudenberg - Bringhausen - Asel-Süd - Ringelsberg - Wanderparkplatz "Himmelsbreite" - Kirchlotheim (24 km)
Heute wachen wir etwas früher auf und stehen dann auch schon um kurz nach 8:00 Uhr auf. Das übliche Morgenritual beginnt. Das Wetter sieht nicht so vertrauenserweckend aus, aber bis Mittag bleibt es trocken, die meiste Zeit sogar sehr schön. Um 9:30 haben wir alles zusammen gepackt, die Hunde gefüttert, Fyn hat seins trocken wieder artig gefressen, die scheinen richtig kohldampf gehabt zu haben, selbst was gegessen und das Wasser aufgefüllt und machen uns auf den Weg.
Es geht nun an dem Asphaltierten Radweg am Affoldener-See entlang. Die Strecke zieht sich etwas und leider kann man auch nur ab und zu einen guten Blick durch die Bäume auf den See erhaschen. Trotzdem ist es ein schöner Abschnitt unseres Wegs. An der Brücke über die Eder treffen wir wieder auf den Urwaldsteig. Nach der Brücke geht es links Richtung EON Firmengelände, wir wissen nicht so recht weiter, denn es scheint kein Weg vorher abzuzweigen. Kurz bevor wir das Firmengelände erreichen kommt uns der Pförtner freundlich winkend entgegen: "Ob wir den Urwaldsteig suchen?" Wir nicken heftig. Ja wir sind richtig, wir müssen durch das Gelände hindurch. Wir wechseln noch ein paar freundliche Worte mit dem Pförtner, Lex holt sich noch ein paar Streicheleinheiten, bevor wir uns verabschieden. Am Rand des Geländes entlang, bogen wir kurz darauf rechts hoch in den Wald ab. Sehr, sehr steil geht es im zick-zack den Wald hinauf. Uf, das ist heftig. Als das Zick-zack aufhört ist uns nur eine kurze Auszeit gegönnt, bevor es mehrmals, nun halt senkrecht, den Hang hoch geht. Endlich oben, nicht ganz oben, aber erst mal oben, geht es nun durch den Wald in Kurven an der bergflanke entlang.
Hier machen wir in der Sonne auf einer Bank mit herrlicher Weitsicht eine Pause. Doch die Bank ist noch vom nächtlichen Regen feucht, nicht so super. Dann folgt nochmal sehr heftig der Finale Aufstieg bis kurz unter den Hochspeichersee. Es ist 12:00 Uhr, wir haben für dieses kurze Stück ewig gebraucht. Der Wind bläst, wir sind doch merklich erledigt, so dass wir nicht ganz bis zum Aussichtspunkt vor gehen.
Nun geht es wieder an der Bergflanke entlang, eine Kuppe trennt uns vom See, den wir wider erwarten nicht zu Gesicht bekommen! Darüber sind wir doch etwas enttäuscht, aber dann doch zu erschöpft um extra noch hin zu gehen, so besonders ist der nun auch nicht und See haben wir auf der Wanderung ja genug.
Weiter geht es nun endlich mal abwärts bis zum Sauermilchplatz. Das Wetter ist richtig schön. Dort steht eine Schutzhütte. Wir machen eine Pause. Aber für Mittag ist es noch etwas früh und außerdem zu kalt. Drinnen fehlt die Sonne, draußen ist es zu windig.
Weiter geht es um den Daudenberg rum. Ein schönes Stück Wald, ebener, angenehm zu gehender Weg. Als wir um den Berg rum sind kommen wir an eine große, offene Wegkreuzung an deren Rand, windgeschützt eine trockene Bank in der Sonne steht. Hier machen wir eine herrliche Mittagspause. Das Holz der Lehne ist von der Sonne gut aufgewärmt, so dass unsere nass geschwitzten Rücken nicht so schnell auskühlen. Es ist super gemütlich, wir sind inzwischen doch etwas müde und unsere Füße schmerzen etwas, so dass wir am liebsten ewig sitzen bleiben wollen. Doch als wir mit Essen fertig sind ziehen schwarze Wolken auf und wir entscheiden uns und die Rucksäcke in Regenhüllen zu kleiden, was gut so ist. Kaum sind wir fertig, fängt es an zu regnen. Umso erstaunlicher das wir nun immer wieder Spaziergängern, Wanderer und Radfahrer treffen. Oft genug werden wieder unsere Hunde bestaunt.
Herrlich an einem Bach entlang geht es steil abwärts bis zum Edersee, den wir heute noch kaum zu Gesicht bekommen haben. Erstaunlich schnell sind wir unten und die Sonne lacht wieder, doch es war nicht der letzte Schauer. Dieses Weg Stück war wirklich schön gewesen.
Nun geht es direkt am Edersseufer weiter, völlig eben, so könnte es ewig weiter gehen. Aber leider ist es nur von kurzer Dauer, bevor sich unser Weg wieder anfängt den Berg hoch zu gehen. Dieses Weg Stück ist eher öde, dazu das wieder schlechtere Wetter. Wir sind langsam doch müde, die Füße tun weh. Ich frage mich warum ich mich nach nicht mal ganz 3 Tagen schon so fühle, normal tun mir die Füße nicht so weh. OK, ich habe an der linken Ferse Blasen, aber das ist normal und durch das Blasenpflaster spür ich sie nicht wirklich, obwohl auch mehr als normal, aber mir tun die Fußsohlen weh. Dabei sind wir nicht besonders viel auf Asphalt gelaufen, auch waren die Rucksäcke zwar schwer, aber auch wieder nicht so schwer. Ich weiß es nicht.
Über dem See kommt nun ein Stück, das als Urwald erhalten werden soll, da werden absterbende, umkippende Bäume nicht weggeräumt, deshalb darf man bei Sturm oder aufkommendem Wind dieses Stück nicht gehen. Das steht oben, nachdem man sich den Berg hoch gekämpft hat. Wenn Sturm ist muss man also alles wieder runter,... Zum Glück ist kein Sturm!
Allerdings finde ich das Stück nicht so arg Urwaldhaft, es unterscheidet sich nur durch den vielen Schlamm, seine absolut morastigen Wege vom Rest. Hier kann man kaum laufen, unsere Hosen sehen danach aus wie sau. Endlich haben wir auch dieses Stück geschafft. Nun zeigt sich unser Heldentum im Karten lesen, wir hatten uns schon etwas gewundert das der Weg abwärts ging wo er doch leicht ansteigen sollte, dafür ging es jetzt auch nicht steil aufwärts, sondern steil abwärts bis an den See runter. Ein schönes Fleckchen. Ich dachte es würde nun unten weiter gehen, doch ne, wir hatten erst das halbe Zick-zack auf der Karte, die andere Hälfte ging wieder steil bergauf und es fing wieder an zu regnen!
An sich war das hier ein wirklich hübsches Stück Weg, aber wir konnten es nicht wirklich würdigen, der Aufstieg ging nun doch etwas an die Substanz. Oben bot sich ein toller Blick über Wiesen, eine nette Bank, doch alles klatsch nass, so dass eine Pause nur im Stehen möglich war und natürlich entsprechend kurz ausfiel. Ich denke das kostete uns viel Kraft, den im Prinzip machten wir seid dem Mittagessen keine Pause mehr!
Nun zog sich der Weg an der Hangkannte entlang parallel zum See durch den Wald. So langsam merkten wir unsere Müdigkeit, auch wenn wir nicht froren waren wir und die Hunde doch gut nass. Nach den ersten Kurven fing ich an diese auf der Karte zu verfolgen, was nicht immer ganz einfach war um nur ja nicht den Ausstieg Richtung Auto zu verpassen auch wenn der noch ca. 1 Stunde hin war. Aber es gab davor keinen echten markanten Punkt mehr. Einige Bäche querten unseren Weg, dann kamen wir an die Hügelgräber und man konnte das eine sogar richtig gut sehn. Das Wetter hatte sich auch wieder etwas beruhigt und so konnten wir diesen Abschnitt nochmal genießen, auch wenn man schon merkte das wir uns langsam alle nach der Ankunft am Auto sehnten.
Und dann kam das Ende doch viel zu schnell, da war die Kreuzung auf der vor über 2 Tagen der nette Wanderer das Gruppenbild von uns gemacht hatte. Wir waren wieder am Auto unsere Urwaldsteigwanderung war zu Ende! Und sie war wirklich sehr schön gewesen!
Auf dem Parkplatz stand neben Wanderern auch noch ein Camper, der dann auch nicht weg fuhr. Wir schmissen alles von uns, verfrachteten die Hunde in ihre Boxen, spendierten eine ordentliche Ladung Knabbersachen und machten es uns im Auto gemütlich. Wie sollte es nun weiter gehen? Campingplatz? Wenn ja welcher, das was wir von Asel Süd von oben über den See gesehen hatte war nicht so das wir da unbedingt hin wollten. Oder sollten wir doch noch die Edersee 1 Box in Angriff nehmen und schauen ob wir dann da irgendwo schlafen können. Zeitlich sollte die schon noch zu machen sein, nur eigentlich sind wir zu geschafft dafür.
Wir überlegten hin und her und schließlich entschieden wir uns hier zu bleiben. Unser Zelt können wir hier neben dem Auto aufschlagen direkt vor dem Camper. Wenn die hier bleiben sind wir auch nicht allein. Als wir anfangen unser Zelt aufzubauen tauchen sie auch kurz auf. Ein nettes Paar mit einem Hund. Wir bauen das Zelt auf und richten es ein bevor es wieder anfängt zu regnen. Die Hundeboxen werden für die Nacht mit weiteren Decken versorgt, Jill wird bei uns im Zelt schlafen, die 3 Jungs, so nass wie sie sind im Auto. Die lieben ja ihr Auto.
In einer weiteren regenpause, es ist am dunkel werden, entscheiden wir uns doch den Kocher nochmal zu versuchen. Er mag wieder genauso wenig, aber es gelingt uns trotzdem eine Suppe warm zu bekommen die wir dann gemütlich im Auto essen. Danach geht es noch eine Runde mit den Hunden und dann gehen wir schlafen.
In der Nacht werden wir von einem Scheppern und Schreien geweckt. Im ersten Moment sind wir ganz schön erschrocken, als dann im Camper leise Stimmen zu hören sind vermuten wir einen Alptraum oder ähnliches. Trotzdem bleibt das beklemmende Gefühl ein wenig. Vielleicht sollten wir die Hunde ins Zelt, in dem es viel kälter als in den Nächten davor ist, hohlen, doch keiner traut sich raus ans Auto. Und schließlich schlafen wir wieder ein.
Morgen werden wir noch einen Letterbox-Tag in der Umgebung dran hängen und dann ist unser Ostertripp auch schon wieder zu Ende. Es war eine schöne Tour, bei der der Frühling gerne schon etwas weiter fortgeschritten hätte sein können, bei dem wir aber, auch wenn es nicht nur schön war, mit dem Wetter Glück hatten und ein paar sehr schöne und anstrengende Tage verlebt haben.


 

   restliches Deutschland  Urlaub  Bilder