GR 20  Korsika  Urlaub  Bilder  

 

GR20: Tag 1-11: Calenzana - Refuge de Prati

 
  Vom 23.08.-12.09.2014 waren wir in Korsika und haben in diesem Zuge nicht nur den Nordteil des GR20 gelaufen, sondern auch 2 Etappen des Südteil. Allerdings alles nicht so ganz konventionell und nicht der Reihe nach. Papa war als Begleitfahrzeug mit und immer wenn es möglich war haben wir uns am Etappenende getroffen und den Abend gemeinsam verbracht. So wurden es Tagestouren bis hin zu 4 Tagestouren udn die Reihenfolge haben wir auch ganz anders gestaltet...
So sind wir zunächst die ersten 3 Tage von Calenzana bis Haut Asco gelaufen. Da das ein sehr heftiger Start war, sind wir nach 2 Pausentage erst mal in die Mitte gefahren und in 2 einzelnen Tagesetappen von Vizzavona nach Capannelle und von Capannelle zum Col de Verde gelaufen. Im Anschluss ging's in einer 4 Tagestour von Vizzavona zum Col de Vergio. Nach einem weiteren Pausentag ging es vom Col de Vergio in 2 Tagen bis Haut Asco, wo wir unsere diesjährige Tour beendeten und für die restlichen Tage ans Meer fuhren.

Freitag 22.-Samstag 23.08.2014: wir sind in Korsika!
Auf geht's nach Korsika. Wie immer war die Fahrt sehr anstrengend. Pepe und ich mussten Beide noch Freitags arbeiten, zudem war der Scudo morgens noch in der Werkstatt, so dass auch noch einiges zu packen war als wir heim kamen. Um 20 Uhr waren wir endlich fertig und unterwegs, was allerdings schon reichlich spät war. Papa und ich (Nina) wechselten uns beim fahren ab. Leider verpassten wir dann auch noch die Letterbox unterwegs, was mich dann doch sehr geärgert hat. So oft kommen wir hier schließlich nicht vorbei, vor allem weil es ja auch das erste mal ist das wir nach Korsika über Frankreich fahren. 250 km vor Toulon waren wir dann Beide so am Ende, dass wir eine gute Stunde Pause machten und irgendwie auf den Sitzen zusammengerollt schliefen. Trotzdem kämpften wir auf dem letzten Stück böse gegen unsere Müdigkeit und ereichten auch noch erst um 7 Uhr, unsere Fähre fährt um 7:30, Toulon. Und dann standen wir im Stau, noch ca. 1 km bis zum Hafen. Das der Stau rein vom Hafen kam war für uns nicht zu erkennen und so wurden wir doch merklich unruhig...
Am Ende aber alles gut und so konnte der Urlaub beginnen.
Auf der Fähre suchten wir uns erst mal ein Plätzchen draußen, aber so tolle Plätze gibt es hier nicht, keine Liegestühle. Nach der ersten Stunde, in dem Nuk schon wieder mit allen möglichen anderen Passagieren Freundschaft geschlossen hat, verzog ich mich nach drinnen in ein Eck und machte mich auf dem Boden lang. Die nächsten 4 Stunden verschlief ich mit Fyn zwischen meinen Beinen und seinem Kopf und Vorderpfoten auf meinem rechten Bein und Nuk mit dem Kopf auf meinem Bauch. So war ich zwar einigermaßen ausgeschlafen, aber fragt nicht ob ich mein Bein noch spürte...
Pünktlich erreichten wir, trotz der guten halben Stunde die wir zu spät abgefahren waren, Il Rousse. Erst mal aus der Stadt raus wühlen und dann die Hunde die Beine vertreten und Geschäfte erledigen lassen. Die bekamen dann auch erst mal Frühstück (um 14:30). Nachdem wir auch eine Kleinigkeit gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg nach Calvi einen Campingplatz suchen, den wir im Camping Dolce Vita, mit Zugang zum Strand auch fanden. Herrlich im Schatten unter Bäumen, bauten wir bei Sonnenschein und endlich wieder sommerlichen Temperaturen unsere kleinen Zelte auf und verzogen uns dann eine Runde an den Strand, wo die Hunde das Meer gleich mal ausgiebig testeten. Sogar Jill, wenn auch nicht weit, geht schwimmen!

1. Tag: Calenzana - Refuge d'Ortu di u Piobbu: 11 km, 6:30 h, Aufstieg: 1360m
Sonntag 24.08.2014: ein nicht enden wollender Aufstieg
Auf geht's. So lange haben wir drauf gewartet und nun ist es soweit. Nach einem gemütlichen Frühstück mit Papa auf dem Campingplatz in Calvi fährt uns Papa nach Calenzana. Und schon Beginnt unsere Tour auf dem GR20.
Der erste Tag bringt gleich mal einen heftigen Anstieg. Knapp 1400 Höhenmeter geht es bergauf. Am Anfang erst mal noch gut zu gehen, allerdings auch hier schon zeitweiße sehr steil. Dazu die große Hitze, wir haben blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Das schlaucht schon ganz schön. Dadurch das wir erst um halb 11 gestartet sind gönnen wir uns nur recht kurze Pausen, wir werden eh die letzten an der Hütte sein.
Die Fernsichten runter nach Calvi und auch nach vorne auf die Berge sind gigantisch! Sie entschädigen doch für die ganzen Strapatzen!
An der Boca a u Salutu machen wir noch mal eine Pause, danach sieht es erst mal ebener aus und wir sind erleichtert. Das ist aber ein ganz gemeiner Trugschluss. Kurze Zeit später geht es erst richtig los! Steil, ok, aber das als reine Kletterei über Felsen...
Langsam erreichen wir unsere Grenzen, Pepe überschreitet sie leider auch. Und immer wenn man glaubt es kann nicht mehr weit sein kommt noch eine Kurve, noch ein Felsen. Irgendwann haben auch wir es geschafft und erreichen ziemlich am Ende das Refuge d'Ortu di u Piobbu.
Das Empfangskomitee in Form von 2 Jack Russell Terrier wartet schon laut keifend auf uns. Ich bin sehr Stolz auf unsere Bande, alle sind super lieb, selbst Nuk ignoriert den Kerl!
Wie erwartet sind die Zeltplätze schon fast ale besetzt und wir haben ja auch ein recht großes Zelt. Ganz unten finden wir aber noch einen schönen Platz, allerdings sehr weit von der Hütte weg, aber was soll's.
Für viel sind wir eh nicht mehr zu gebrauchen, Hunde versorgen, Essen kochen, Spülen und Waschen und um 9 liegen wir im Zelt. Heute wird noch eine weile Wanderführer gelesen und gequatscht, bevor wir schlafen, draußen ist längst alles still.

2. Tag: Refuge d'Ortu di u Piobbu - Refuge de Carrozzu: 7 km, 7:30 h, Aufstieg: 680m, Abstieg: 1000m
Montag 25.08.2014: wieso müssen die Franzosen überall lang RENNEN?
Wir stehen wie meist gegen 8 Uhr auf. Der erste Blick aus dem Zelt offenbart erneut herrliches Wetter vor einer wunderschönen Bergkulisse und außer uns steht nur noch ein einziges Zelt. Die Meisten sind schon aufgebrochen! Wir sind halt Langschläfer und es gibt an sich auch keinen Grund so früh schon unterwegs zu sein.
Pepe ist immer noch etwas fertig von gestern, mal sehen wie der heutige Tag so wird. Denn eins ist klar, er wird mit 680 Meter Aufstieg und 1000 Meter Abstieg, auch nicht einfach! Und nicht nur das, eine Zeitangabe von 7:30 Stunden auf 7 km spricht Bände! Und die braucht man auch, wir erstrecht!
Manchmal etwas frustrierend sind die Franzosen die in größeren Mengen den Berg hoch und runter rennen! RENNEN!!! Auch die Wanderer haben teilweise ein Tempo drauf und wirken Abends noch so fit. Ich komm mir so unfit vor! Einzig tröstliche, wir sind nicht die langsamsten und so mancher sieht mindestens so fertig aus wie wir!
Der Tag beginnt erst mal noch harmlos mit einem kurzen steilen Aufstieg und einem anschließenden Abstieg, der nicht minder steil ist. Nun folgt der Anstieg des Tages, natürlich die meiste Zeit steil und vor allem in der oberen Hälfte auch wieder mit einigen Kletterpartien versehen. Aber es geht noch. Herrliche Blicke zurück auf Calvi und das Meer, genauso wie herrliche Blicke voraus entschädigen dafür.
Wenn man dann endlich oben ist und glaubt es wird besser, denn nun kommt ja ein fast ebenes Stück, wird man gleich eines besseren belehrt. Es folgt das anstrengenste Stück des Tages. Ja auch das schönste, mit herrlichen Ausblicken und einer grandiosen Felsenlandschaft. Aber genau die machen einem auch das Leben schwer.
Dummerweise hat sich Nuk an einem Felsen auch den einen Ballen ramponiert, von jetzt an muss er mit Schuhen hinten laufen. Gott sei Dank kann er mit denen wirklich gut laufen und sie taugen auch wirklich was. Als wir den Col d'Avartoli erreichen sind wir schon reichlich geschafft, aber das war erst der Anfang, die Kletterpartie geht weiter bis zur Bocca di I'Innominata. Hier beginnt nun der Kräftezehrende Abstieg zum Refuge de Carrozzu. Immerhin verhindern die Stöcke das mir die Knie weh tun, was ich von meinen Oberschenkeln nicht gerade behaupten kann. Muskelkater kündigt sich an. Am Ende gehe ich ziemlich auf dem Zahnfleisch, Pepe hat schon keins mehr.
Heute sind wir zwar nicht die letzten an der Hütte, aber natürlich wieder ziemlich spät und hier sind Zeltplätze noch seltener. Am Ende finden wir nur noch einen sehr schrägen, dementsprechend schlafen wir die Nacht auch kaum.
Das übliche Ritual mit Hunde versorgen, Toilette, etwas waschen geht ja noch, zum kochen müssen wir uns schon zwingen. Zudem habe ich Depp das Messer im Auto liegen lassen. Aber ihr ahnt ja gar nicht wie gut ein Fertignudelgericht aus der Tüte mit viel zu viel Wasser gekocht nach einem solchen Tag schmecken kann!
Wir sind wirklich stehend K.O. Um kurz vor 9 liegen wir bettfertig im Zelt und sind damit sogar eher einer der letzten. Die gehen hier alle früh schlafen...

3. Tag: Refuge de Carrozzu - Haut-Asco: 7 km, 5:30 h, Aufstieg: 800m, Abstieg: 660m
Dienstag 26.09.2014: wie sollen wir heute Abend den Berg RUNTER kommen?
Heute stehen wir sogar eine Stunde früher, schon um 7 Uhr auf. Und trotzdem ist es das selbe Bild, fast alle Zelte sind weg, die meisten sind schon aufgebrochen. Was auch nicht zu überhören war, noch in der Dämmerung sind die schon aufgestanden!
Wie immer sind wir eine Stunde später unterwegs. Vom Profil unterscheidet sich der heutige Tag nicht groß vom Gestrigen. Erst geht es weit nach oben, dann eine weile Eben, ok, heute durch eine Senke durch, dann wieder lange nach unten. Alles wie immer steil!
Und wir haben Muskelkater, vom Berg runter laufen. Mir ist nicht klar wie ich den Abstieg heute Nachmittag schaffen soll, schon die Stufen von der Toilette runter...
Vor dem Aufstieg geht's allerdings erst zum Rau de Spasimata und dort über die große Hängebrücke. Pepe mit Jill unterm Arm voran, das schwankt ganz schön. Fyn hinterher, der dreht sich ständig um und will nicht weiter weil ich nicht komm. Nuk mit doppelter Geschwindigkeit aber überraschend sicher als nächster und zum Schluss ich.
Danach beginnt der Anstieg, über Felsplatten, die sich teilweise recht heftig zur Seite und damit zum Abgrund neigen geht es nach oben. Es gibt nichts zum dran festhalten, keine Tritte, nur nackter Fels. Pepe setzt das schon ganz schön zu, einige Stellen machen sogar mir zu schaffen. Und dann überholen einen welche die einfach so den Fels hoch laufen...
Nach einer guten Stunde lassen wir diesen Teil hinter uns und sind überrascht das es nun hier fast gut zu gehen geht. Allerdings wird's nun richtig steil, auch wieder viel über Fels und vor allem Geröll.
Trotzdem erreichen wir noch "in der Zeit" den Lac de la Muvrella. Nun folgt noch mal eine gute halbe Stunde senkrecht den Berg hoch über Felsen und Geröll. Dann sind wir oben, ziemlich geschafft, vor allem Pepe.
Doch auch heute kommt in dem Zwischenstück keine Chance zur Erholung. Es beginnt gleich mit einem heftigen Stück um eine Felsnase rum, nur nicht nach unten sehen. Und so setzt es sich erst mal fort. Heftige Kletterpartien, immer am Abgrund. Die Hunde meistern das Problemlos, was vier Füße doch ausmachen, selbst der Oberchaot Nuk. Der trägt heute Fyns Taschen (mit seinem Inhalt) da er seine Gestern total zerstört hat. 2 Löcher, eine Schnalle abgerissen und die eine Tasche fast komplett abgerissen. Wie war das, wenn man hängen bleibt, dann sucht man nicht eine andere Möglichkeit, sondern versucht es mit Gewalt, wenn das auch nicht geht, dann erstrecht...
Und natürlich schaffen wir es in dieser Kletterei auch noch einmal den Weg zu verpassen und krabbeln am Ende auf allen vieren den Hang wieder hoch. Auf allen vieren ist hier sowieso eine durchaus bevorzugte Gangart.
Endlich oben machen wir erst mal Pause. In den Zwischenstück haben wir viel Zeit gelassen. Die Aussichten waren toll, aber ehrlich gesagt, nicht während dem gehen oder klettern, sonst bekomm ich's doch noch mit der Angst zu tun, da tun sich echte Abgründe auf...
Und dann der Blick nach unten, da soll es runter gehen? Scheiße, dass ist senkrecht und wieder nur Felsen. Am Ende des Abstiegs können wir kaum noch einen Fuß vor den anderen setzten, man konzentriert sich nur noch auf jeden Schritt. Am Abend bleibt die Frage wie wieder aufstehen.
Nuk hat es nun auch noch geschafft sich am Vorderlauf die Pfote aufzureißen.
Papa wartet bereits mit Mun auf uns. Und so machen wir uns gleich auf den Weg zum Campingplatz, Papa hat sich für den Camping direkt unterhalb von Haut Asco, noch vor Asco entschieden. Ein netter Campingplatz unter Kiefern am Fluss. Und vor allem gibt es heiße Duschen aus denen so richtig viel Wasser kommt. Was tut es gut mal wieder sauber zu sein. Allerdings brennt nachdem die erste Dreckschicht runter ist das Wasser ganz schön in den ganzen Kratzern an den Beinen.

Camping Monte Cinto unterhalb von Haut-Asco
Mittwoch 27.08.2014: Pause, einfach nur Pause, so dringend nötig!
Wir gönnen uns einen Ruhetag. Wir haben Beide ordentlich Muskelkater in den Oberschenkeln, bei mir vor allem vom runter laufen, hoch geht. Pepe ist ziemlich fertig und glaubt nicht das sie morgen weiter kann, vor allem weil morgen die Schwierigste Stelle des GR20 auf dem Plan steht. Zudem hat sich leider das Wetter verschlechtert, in den Gipfeln hängen Wolken. Es bleibt zwar trocken und als wir nach Corte zum einkaufen fahren scheint dort auch die Sonne, aber ich habe keine Lust den Cirque de la Solitude im Nebel zu laufen.
Also was tun. Wir diskutieren hin und her, kommen aber lange irgendwie zu keiner Lösung. Auch meine Oberschenkel sind nicht so dass es die Beste Idee wäre direkt weiter zu gehen, selbst wenn Pepe nicht mit kommt. Außerdem hätte ich sie schon gerne dabei. Schließlich entscheiden wir uns dafür morgen erst mal Richtung Vizzavona weiter zu fahren und dann die 2 Tage darauf die Beiden ersten Etappen des Südteils zu laufen. Die kann man als Tagestouren laufen, so dass wir auf schweres Gepäck verzichten können und wir können uns wieder einlaufen. Wies danach weiter geht wollen wir dann entscheiden.

Camping Monte Cinto unterhalb von Haut-Asco - Camping Le Soleil in Tattone
Donnerstag 28.09.2014: ein Umzug
Das Wetter ist wieder schön, zumindest in Haut-Asco. Über Corte hängen noch einige Wolken, aber es sieht nicht nach Regen aus.
Wir lassen uns Zeit, stehen spät auf, Frühstücken gemütlich, packen alles in Ruhe zusammen, so dass wir erst um 11:30 auf dem Weg sind. Allerdings haben wir unser Hirn wohl mit weg gepackt, anders ist nicht zu erklären das wir das einkaufen vergessen. Tja, wir werden schon noch irgendwas Essbares für heute Abend auftreiben...
Am frühen Nachmittag erreichen wir Tattone und finden dort einen kleinen Campingplatz. Schön am Hang unter Kiefern gelegen. Allerdings stellt schon unser Wunsch nach Strom am Zelt ein Problem da, das aber gelöst wird. Dafür dürfen wir nicht den Kühlschrank im Auto lassen, zumindest nicht mit Strom, sonst ist das ja ein Camper und wir müssen extra bezahlen...
Aber immerhin sehen die Sanitären Anlagen wirklich gut aus, sauber und richtig neu. Und außer heute Nachmittag werden wir eh nur zum schlafen hier sein. Heute Nachmittag machen wir noch mal einen auf faulen...

1. Tag: Vizzavona - Refuge de Capannelle : 16 km, 5 :30 h, Aufstieg: 860m, Abstieg: 190m
Freitag 29.08.2014: so ganz anders als der Norden, zahm, freundlich und doch schön
Eine etwas andere Art den GR20 zu bewandern beginnt. Aber wenn man schon ein Begleitfahrzeug hat, kann man es ja auch nutzen und die Etappen etwas anders zusammen stellen. Heute geht es für eine Tageswanderung auf die erste Etappe von Nord nach Süd auf dem GR20 Süd. Das Profil ist ein ganz anderes als auf dem Nordteil, zwar von der Landschaft ganz anders, und auch deutlich mehr Höhenmeter, aber ansonsten eher wie von zu Hause gewohnt. Dazu kaum Gepäck, Pepe gar keins und ich nur Getränke und Kleinigkeiten im Tagesrucksack, der wiederum aber nicht so das optimale ist, da er keinen vernünftigen Bauchgurt hat und halt somit nur auf den Schultern sitzt.
Ansonsten begann der Tag wie gewohnt mit einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück. Durch die kurze Fahrt nach Vizzavona waren wir dann doch um 10:30 unterwegs. Und auch hier erst mal der lange Anstieg auf die Boca Palmente. Allerdings heute durch den Wald, erst die letzten Höhenmeter dann Baumlos, aber auch nicht ganz so Felsig. Aber natürlich schon steinig, Geröll und Sand. Oben gönnen wir uns eine Pause, aber in der prallen Sonne wird es dann doch sehr warm, vor allem für die Hunde. Mun ist wie immer bei Papa, aber die anderen 3 begleiten uns, Nuk allerdings mit Schuhen. Auch wenn seine Pfoten schon wieder besser aussehen, dafür hat er ein Loch im Kinn und eine Bremsspur am Unterkiefer, ich habe keine Ahnung wann genau er mit der Schnauze gebremst hat.
Nun geht der Weg die meiste Zeit weitestgehend Eben, na ja, was halt so eben ist. Manchmal darf man nun auch über vereinzelte Felsen steigen, aber alles in allem lässt es sich gut gehen und wir kommen gewohnt schnell voran. Schon für den Weg hoch haben wir anstatt 2:30 nur 1:45 Stunden gebraucht. Es tut gut festzustellen das wir doch nicht ganz so unfit sind, nur einfach diese Kletterei mit schwerem Gepäck nicht gewohnt.
Die Ausblicke sind mal wieder herrlich, am Anfang noch zurück auf die Berge, dann öffnet sich eine Weile der Blick nach Osten bis zur Küste. Nur schade das es doch etwas diesig ist. Danach dann wieder Berge wohin das Auge reicht.
Nach der nächsten Bergerie, wo das meiste auch zerfallen ist, Beginnt ein weiterer heftiger Anstieg bis zur D169. Das Felsigste Stück ist nun das Stückchen von der Strasse zum Refuge. Hier ist auch schon wieder einiges los. Das Refuge liegt völlig hässlich an der Talstation eines Schigebiets.
Papa ist noch nicht da, anfangs ist es in der Sonne auch noch sehr schön, doch dann versteckt sich die Sonne hinter Wolken und es wird kalt. Schließlich laufen wir dem Papa entgegen, war ja klar das er dann endlich auftaucht...
Auf der Heimfahrt gibt's dann den Satz des Tages: Auf diesem Sträßchen kann man ja Seekrank werden. Gemeint ist die D169, die sich in engen Serpentinen den Hang runter schlängelt, so eng, dass das arme Nüvi jedes Mal durcheinander kommt. Die Strecke bis zum Campingplatz beträgt gerade mal 40 km und wir brauchen dafür fast 1,5 Stunden!

1. Tag: Refuge de Capannelle - Col de Verde: 12 km, 4 h, Aufstieg: 290m, Abstieg: 590m
Samstag 30.08.2014: Mun darf auch mal mit
Heute stand eine weitere Tagesetappe auf dem GR20 Süd auf dem Programm. Da die Etappe relativ einfach und nicht all zu lang ist, wechselten wir mal die Besetzung. Mun durfte uns begleiten, dafür musste Nuk bei Papa bleiben um seine Pfoten zu schonen, damit er ab morgen für die 4 Tagestour gen Norden wieder fit ist.
Die Etappe führte uns die meiste Zeit durch den Wald am Hang entlang. Es begann mit einem ordentlichen Abstieg, runter an die Strasse, wo wir gerade erst hoch gefahren waren. Mit der Strasse überquerten wir den Bach, dann ging es am Hang entlang. Auf einer freien Fläche machten wir eine herrlich gemütliche Mittagspause. Viele Sträucher hier waren mit großen Spinnennetzen durchzogen.
Schon am frühen Nachmittag erreichten wir den Col de Verde und dachten erst wir müssten noch auf Papa warten, der hatte sich aber nur weiter hinten im Schatten einen Parkplatz gesucht. Nuk schoss wie ein Irrer über den Parkplatz, der scheint also wieder fit zu sein.

1. Tag: Vizzavona - Refuge de l'Onda: 10 km, 7 h, Aufstieg: 1200m, Abstieg: 700m
Sonntag 31.08.2014: Cascades des Anglais und eine Angriffslustige Kuh
Wieder in alter Besetzung, ohne Mun, für die Alpine Mehrtagestouren einfach noch zu viel sind, sie ist ja erst 11 Monate, ging's heute wieder los. 4 Tage in die Berge, auf dem GR20 Nord nun wieder Richtung Norden.
Uns erwartete ein sehr langer und auch anstrengender Aufstieg. Zunächst ging es durch den Wald, hier kam uns eine Horde Jäger mit einem geschossenen Schwein, dass sie hinter sich herschleiften entgegen. Die ganze Ballerei des Nachts also wegen einem Schwein...
Dann ging es an den Cascades des Anglais vorbei nach oben. Hier waren wir 2010 schon mit dem Papa gewesen, damals als Tagesausflug mit Badeeinlagen.
Nach der Tortetto Brücke wird der Weg steiniger, vorher ging es viel durch den Wald, es geht nun die meiste Zeit durch Geröll und über Felsen. Am Talschluss wird es richtig steil. Wenn man kurz vor Schluss ziemlich fertig fast den Gipfel erreicht hat wird es noch mal ernst und es geht über schräge Felsplatten. Auf allen vieren nach oben. Und ausgerechnet da schaff ich es über meinen Stock zu fallen. Zum Glück nur die Knie etwas aufgeschlagen, nicht der Rede wert. Aber mein Stock ist nun krumm, gerade Biegen ist nicht, vor allem weil dann die Gefahr zu groß ist das er bricht und ich brauche den noch. Aber so lässt er sich natürlich auch nicht mehr zusammen schieben und am Rucksack verstauen und somit werde ich die nächsten Tage auch an allen Kletterstellen einen Stock in bzw. am Handgelenk haben. So ein Mist.
Als wir den Grad überschreiten kann ich gerade noch einen Blick auf unser Tagesziel werfen, dann wird es durch die heraufziehenden Wolken verdeckt. Hier drüben ist es wolkig, aber es ist noch ok. Wir können zwar nicht immer bis runter und auch nicht in die Ferne schauen, aber wir gehen doch nie in den Wolken.
Trotzdem ist der Blick in die Täler einfach nur gigantisch, wir sind überwältigt!
Fyn hat es auf dem ersten noch sehr steilen Stück etwas eilig und tritt einen Stein los, zum Glück war der uns entgegen kommende Wanderer weit genug weg um diesem noch rechzeitig ausweichen zu können.
Auf dem Weg nach unten stehen mal wieder Kühe auf dem Weg. Seit der Kuh in den Alpen, die unbedingt den Hunden nachsetzen wollte, habe ich doch gehörigen Respekt vor den Viechern. Wir halten uns abseits so weit es geht, was aber hier nur ein paar Schritt bedeutet. Nuk geht mal 2 Schritte hin um zu schauen, wirklich ganz ruhig und auch nicht ganz bis hin, da bläst die dumme Kuh zum Angriff. Zum Glück erwischt sie Nuk nur mit dem Kopf und nicht mit den Hörnern und außerdem wird seine Seite von den Taschen geschützt. Er fliegt ein Stück, aber ihm passiert nichts. Das hätte auch ganz anders ausgehen können...
Müde, aber nicht völlig fertig erreichen wir die Hütte. Vor dieser ist eine Wiese umzäunt, hier stehen nicht nur die Mietzelte, sondern ist auch der gesamte Zeltplatz. Wir finden noch einen unten am Zaun, der sogar relativ eben ist.
Die Wolken bleiben uns bis zum nächsten Morgen erhalten, zudem wird es immer windiger. In der Nacht ist es schon eher Sturm, wir haben zwar alles im Zelt, in der Absiede, haben aber doch etwas schiss dass uns Morgen früh die ein oder andere Schüssel fehlen könnte, es ist aber noch alles vorhanden.

2. Tag: Refuge de l'Onda - Refuge de Petra Piana: 10 km, 5:00 h, Aufstieg: 900m, Abstieg: 500m
Montag 01.09.2014: eine Waldwanderung mit dem Aufstieg zum Schluss
Das erste mal ist das Wetter nicht so gut als wir aufstehen, deshalb ziehen wir auch lange Sachen an, die wir dann aber doch recht bald von uns schmeißen, da bereits als wir los laufen die Sonne die Oberhand gewonnen hat.
Heute Morgen waren wir tatsächlich mal nicht die Letzten die aus dem Zelt gekrochen sind!
Uns erwartet eine angenehme Waldwanderung, erst am Talschluss geht es länger und Steil bergauf. Hier dann auch wieder über Geröll und Felsen, zeitweise wie auf einer gigantischen Wendeltreppe...
Unterwegs treffen wir auf 2 Frauen denen wir schon auf Etappe 2 begegnet sind. Genau wie gestern Abend die 2 Männer erinnern sie sich an uns der Hunde wegen und sind beeindruckt. Und natürlich etwas verwundert wo wir geblieben waren und warum wir ihnen nun entgegen kommen.
Das Refuge liegt herrlich auf 1842 Meter Höhe am Hang. Der Blick ist super schön.
Gott sei Dank bekommen wir noch einen halbwegs geschützten Stellplatz für unser Zelt, auch wenn wir uns bei der Suche da gar keine Gedanken machen. Das Wetter ist herrlich, nur ein leichtes Lüftchen weht. Und da es erst 15 Uhr ist legen wir uns noch eine weile gemütlich in die Sonne und genießen diese. Doch kaum fängt diese an unter zu gehen, wird es nicht nur empfindlich kalt, der Wind nimmt heftig zu, so dass wir diesmal in der Nacht heftigen Sturm haben. Wir holen diesmal alle lose Teile ins Innenzelt und sind doch froh das unser altersschwaches Zelt trotzdem noch so gut ist!

3. Tag: Refuge de Petra Piana - Refuge de Manganu: 8 km, 6:30 h, Aufstieg: 630m, Abstieg: 870m
Dienstag 02.09.2014: Seen satt, was eine gigantische Etappe
Es folgt der bisher schönste, aber auch ein sehr, sehr anstrengender Tag. Das Wetter ist wieder super, der Wind lässt am Morgen nach und die Sicht ist nun endlich auch mal super, so können wir einmal sogar bis aufs Meer sehen.
Nach einem noch relativ gemütlichen, aber schon anstrengenden Aufstieg, folgt das erste Highlight mit einem gigantischen Blick auf den Lac de Rinoso! Umgeben von Bergen in einem Felskessel liegt dieser völlig idylisch. Der Blick von oben drauf ist einfach nur toll.
Es folgt heftiges gekraxel über Steine und Felsen, dann ein rutschiger Abstieg. Hier begeistert der Blick auf den Melosee, der Capitello liegt auf annähernd gleicher Höhe und ist somit kaum zu sehen, mehr nur zu erahnen. Die Beiden Seen haben wir ja schon öfters auf Tagestouren von unten kommend besucht und uns immer gefragt wie der Blick von oben drauf ist.
Fyn bringt sein Opfer an den Berg und verliert irgendwo einen Schuh. Keiner hats mitbekommen, ärgert mich ja schon etwas, die Teile sind schließlich ziemlich teuer.
Nun folgt eine Gradwanderung, und dann die ersten heftigen Klettereien, die Pepe wieder einiges abverlangen. Der Gipfel ist ein gut 10 Meter hoher Kamin, der ohne die Kette für uns wohl nicht zu schaffen wäre und von den Hunden auch nur durch unsere Hilfe zu schaffen ist. Etwas abenteuerlich, mit einem übermütigen Nuk, schaffen wir es alle heil oben an zu kommen. Von hier hat man nun einen absolut gigantischen Blick auf den Capitello und den Melosee! Unglaublich schön!
Nach einer Mittagspause geht es weiter den Berg hoch, immer noch steil, immer noch anstrengend, aber nicht mehr so schwierig. Dann erreichen wir den Durchgang. Der Blick ins Nachbartal ist ein anderer, aber auch schön. Uns erwartet ein steiler Abstieg über pures Geröll, anstrengend, aber wir sind flott unterwegs. So langsam tun uns die Füße weh, deshalb sind wir froh als wir die Hütte erreichen. Erstaunlicherweise finden wir nun mal einen ebenen Stellplatz und schlafen halbwegs gut.

4. Tag: Refuge de Manganu - Castellu di Verghio: 16 km, 5:30 h, Aufstieg: 400m, Abstieg: 620m
Mittwoch 03.09.2014: sanfte Hochtäler und eine Gradwanderung
Die heutige Etappe ist so ganz anders als die gestrige. Es geht durch ein sanftes Hochtal bis an den Lac de Nino. Außer eines kurzen Anstiegs zur Bergerie und danach noch mal geht es nur leicht bergan und vor allem durch herrliche feuchte Wiesen durch die sich der noch winzige Tavignano schlängelt. Ein gemütlicher Spaziergang, so ganz anders.
Am Lac de Nino treffen wir einen Wanderer der uns entgegen kommt, er erzählt uns er habe schon von uns gehört, von den 2 Mädels mit den 3 Hunden. Auch er muss, wie viele andere auch, gleich mal Bilder von den Hunden machen. Wir werden hier echt noch zu Berühmtheiten!
Nach dem Lac de Nino geht es noch mal steil bergan, aber gut zu gehen und nicht sehr lang. Auf der anderen Seite ist nichts mehr von dem Grün zu sehen, wir sind wieder in einer Felsen und Gerölllandschaft angekommen. Nun geht es aber nur noch bergab, am Anfang steil über Felsen und Geröll, dann etwas flacher, später noch mal steiler. Dann wird es weniger felsig und schließlich sind wir im Wald angekommen. Hier wird der Weg dann auch eben und wir können erneut schnell ausschreiten, so dass wir den Col de Verghio bereits um kurz vor 14 Uhr erreichen.
Natürlich ist Papa noch nicht da. Wir suchen uns einen Platz zum hinsetzen und gerade will ich das Handy rauskramen, da kommt er doch schon angefahren. Das ist Timeing!
Es geht nach unten an den Stausee in Calacuccia auf den Campingplatz. Leider sind die Duschen kalt, nach 4 Tagen hatte ich mich auf eine warme Dusche gefreut...
Ansonsten ist der Campingplatz aber ok, wir haben einen schönen Stelllatz am Rand.
Fyn begrüßt Mun singend, dass heißt nichts gutes, Mun ist ja das erste mal läufig und nun steht sie also...

Calacuccia
Donnerstag 04.09.2014: heute mal nicht bestes Wetter
Wir wollen uns einen gemütlichen Tag am See machen, doch das Wetter macht uns etwas einen Strich durch die Rechnung. Es ist zwar nicht direkt schlecht, aber wolkig. Die Berge verhüllen sich, hoffentlich ist das morgen wieder anders! Und ohne Sonne ist es doch recht kühl, so dass wir in langen Sachen am Campingplatz rumsitzen.
Später kommt dann über Calacuccia doch noch die Sonne raus, die Berge bleiben weiterhin in den Wolken, so dass ich mich doch noch eine Runde mit den Hunden im Bikini an den See lege. Der Wasserstand ist nicht gerade hoch, so dass das Ufer sehr schlammig ist, was auch nicht gerade gut richt und nicht zum Baden einlädt. Nur die Jungs stört das natürlich nicht.

1. Tag: Castellu di Verghio - Tighjettu: 14 km, 6:30 h, Aufstieg: 800m, Abstieg: 800m
Freitag 05.09.2014: völlig komisch so ohne Hunde
Wie zu erwarten war kommen wir nicht wirklich früh los. Zwar sind wir um 9:00 Uhr unterwegs, aber wir brauchen ja auch noch eine knappe Stunde vom Campingplatz in Calacuccia zum Col de Verghio. Es ist ein komisches Gefühl ohne die Hunde auf Wanderung zu gehen, aber der morgige Tag wäre einfach nichts für sie. Dafür ist unser Gepäck auch leichter, ok, nicht wirklich, da wir nur einen Rucksack dabei haben. Heute tragen wir den Abwechselnd und gönnen uns eine Hüttenübernachtung.
Am Anfang geht es gemütlich das Golotal nach oben, später wird es immer steiler. Natürlich gehen wir den original GR20 über die Ciottulu di I Mori Hütte, was uns ein paar Höhenmeter mehr beschert. Das Tal ist aber wunderschön und mit dem Wetter haben wir auch Glück, heute scheint wieder die Sonne. Es gibt zwar einige Wolken, die halten sich aber bis am Abend von uns fern.
Nach der Bocca Foggilae geht es steil und schwieriger über Felsen bergab, später dann herrlich durch den Wald. Von der Bergerie de Ballone sieht man bereits die Tighjettu Hütte oben im Hang liegen, einfach wunderschön. Aber es erwartet uns noch ein steiler Aufstieg durch Geröll und Felsen.
Als wir an der Hütte ankommen ist schon einiges los, Zeltplätze sind hier oben rah, aber das braucht uns heute nicht zu kümmern. Wir bekommen unsere Betten in einem Schlafsaal mit Blick ins Tal und die Gegenüberliegenden Berge, gigantisch. Dafür sind sie oben und ich habe keine Ahnung wie hoch kommen, denn die sind wirklich hoch, dafür nur knapp unter der Decke. Jedes Mal wenn wir da hoch klettern ist es auf alle Fälle sehr lustig...
Die Hütte ist eine interessante Konstruktion, so halb auf Stelzen. Dafür gibt es hier die Kochgelegenheiten in der Hütte und wir sitzen am Abend, nicht nur beim Essen, schön warm und halbwegs gemütlich auf den Bänken am Tisch.

2. Tag: Tighjettu - Haut Asco: km, 6:00 h, Aufstieg: 1000m, Abstieg: 1000m
Samstag 06.09.2014: die Körnung zum Abschluss!
Der letzte Tag unserer diesjährigen GR20 Wanderung und wir haben richtig Glück mit dem Wetter. Die Wolken haben sich komplett verzogen und kommen erst als wir am Ziel sind vermehrt wieder. Heute geht es durch den Cirque de Solitude. Wir sind schon sehr gespannt. Aber zunächst einmal geht es noch für 1:30 Stunden steil den Berg hoch bis zur Bocca Minuta. Felsbrocken, Felsplatten, wieder eine ordentliche Kletterei. Hier teilen wir uns die Rucksackschlepperei, so dass auch ich halbwegs ausgeruht am Cirque ankomme. Ab der Bocca Minuta muss ich den Rucksack nun allein schleppen, Pepe traut sich den Cirque nur ohne Rucksack zu. Aber am Ende entpuppt er sich als nicht so schwer. Runterzus geht es zunächst über Geröll, steil, aber nur mit relativ einfacher Kletterei, wenn überhaupt. Erst in der zweiten Hälfte wird es ernst über Felsen, aber hier gibt es überall Ketten, was die Sache dann wieder einfach macht, zumindest für uns.
Die Landschaft ist gigantisch, die Kletterei zwar schon anstrengend, aber sie macht auch riesig Spaß.
Nach oben ist es umgekehrt, erst Geröll und Schotter, und oben raus dann Fels. Hier im ersten Teil keine Ketten, dafür eine Rinne durch die man wirklich gut hoch klettern kann. Danach das letzte Stück mit Kettensicherung.
Auch vorher mussten wir schon mal warten bis die Rinne frei war, nun an der letzten Kette warten wir ewig. Da kommen uns ein paar entgegen, die meiner Meinung nach am Besten gleich wieder umdrehen sollten. Wenn die sich da schon kaum runter trauen und nur in Zeitlupe voran kommen...
Irgendwann haben wir die Schnauze voll und entscheiden uns das erste Stück ohne Kette zu machen. Es finden sich gute Griffe und Tritte und die Kette ist zumindest hochzus echt nicht notwendig. Nach dem ersten Stück benutzen wir sie mehr zur Sicherheit, als das wir sie wirklich brauchen. Das Klettern geht hier echt gut und macht richtig Spaß.
Der Abstieg nach Haut Asco ist am Anfang noch steil durch einen Geröllhang, dann wird es immer flacher und am Ende geht es durch den Wald. Das Panorama ist eins der schönsten, einfach herrlich.
Viel zu früh erreichen wir Haut Asco, wir sind ja heute morgen auch schon um 7:45 aufgebrochen, das ist absoluter Rekord. Und trotzdem waren wir in unserem Schlafsaal die letzten die aufgestanden sind... Aber Papa ist schon da und die Hunde freuen sich doch sehr uns wieder zu sehen.

Calacuccia - Tiuccia
Sonntag 07.09.2014: der Erholungsurlaub beginnt
Heute ziehen wir um ans Meer. Nach einem gemütlichen Frühstück wird das Auto beladen und dann geht es die kurvenreiche Strasse über den Col de Verghio raus nach Sargone ans Meer. Für uns geht es noch weiter Richtung Süden nach Tiuccia, eine Gegend in der wir vorher auch noch nicht waren. Dort haben wir uns einen Campingplatz direkt am Meer ausgeguckt und finden einen netten Stellplatz unter Bäumen.
Und so verbringen wir den Nachmittag noch am Meer. Die Hunde toben im Wasser, wir schwimmen und tanken Sonne.

Tiuccia
Montag 08.09.2014: Meer, Strand und Sonne satt
So stellen sich die meisten wohl Urlaub in Korsika vor...
Morgens schlafen wir lange aus, dann wird gemütlich mit frischen Croisants und Baguette gefrühstückt. Nach einem Besuch des Supermarktes geht es mit allen Mann an den Strand, Sonne tanken und im Meer planschen.

Tiuccia
Dienstag 09.09.2014: noch ein Tag am Meer
Da wir einfach nicht dafür geschaffen sind nur am Strand in der Sonne rumzuliegen, zeiht es uns heute auf einer gemütlichen Autotour durchs Hinterland. Es gibt hier einige nette Bergdörfchen, ansonsten ist es für Korsika aber eher langweilig. Wir finden einen größeren Bach in dem Pepe und ich mit den Hunden fast eine Stunde Flussauf laufen, bevor wir wieder auf Papa stoßen, der in einer schönen Gumbe badet. Diese nutzen wir ausgiebig um zu schwimmen und zu planschen. Für einen Bergbach ist das Wasser sogar gar nicht mal so kalt.
Danach geht es auf kurvenreichen Strassen weiter und in einem Bogen zurück Richtung Meer.
Am Campingplatz angekommen verschwinden Pepe und ich noch mal für ein gutes Stündchen an den Strand und tummeln uns noch mal im Salzwasser.

Tiuccia
Mittwoch 10.09.2014: einfach nur faul sein
Faulenzen pur. Fast schon zuviel, inzwischen haben wir fast schon wieder genug gefaulenzt. Noch ein letztes mal ans Meer, morgen wollen wir weiter ziehen.

Tiuccia - Bastia
Donnerstag 11.09.2014: der Beginn vom Ende
Alles nimmt ein Ende und so geht nun auch dieser Urlaub dem Ende zu. Heute zogen wir, nach einem kurzen Meerbesuch dann los Richtung Bastia, wo Morgen unsere Fähre geht.
Wir finden vor Bastia nochmal einen richtig schönen Campingplatz am Meer. Man merkt aber das hier auch viele sind die diesen Platz nochmal als Stopp vor der Heimreise nehmen.
Es wird ein letztes Mal am Strand spazieren gegangen. Am Abend gönnen wir uns ein Abschiedsessen im Campingplatz eigenen Restaurant.
Wir sind schon ein wenig wehmütig, auch wenn ich mich auf zu Hause freue.

Bastia - Neustadt Weinstrasse
Freitag 12.09.2014: die Heimreise
Wir müssen früh raus. Noch halb im dunklen packen wir alles zusammen, aber wir sind hier wahrlich nicht die einzigen.
Dann legt die Fähre ab. Die letzten Blicke auf Bastia sind wunderschön!
Wir hatten einen gigantischen Urlaub. Auch wenn wir den GR20 nicht ganz geschafft haben (die letzten 4 Etappen machen wir irgendwann auch noch) und ihn etwas unkonventionell gelaufen sind, wir haben uns einen Traum mit diesem Weg erfüllt. Und es war wunderschön! Was ein gigantisch schöner weg, auch wenn er etwas überlaufen ist uns hat das zum Glück wenig gestört.
Wir hatten fast nur herrliches Wetter, konnten die letzten Tage am Meer nochmal voll genießen.

 

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