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2. Schweizer Dogtrekking - Tösstaler Tobeltänzer am 13.-15.07.2018

Ort Datum Hundeführer Hunde Strecke Länge Zeit Platz
Tösstal Schweiz 19./20.10.2018 Nina Tay/Jill Freakshow 107 km, 4200 Hm 27:30 h 3. (von 4)
Tösstal Schweiz 19./20.10.2018 Pepe Charly/Mun Freakshow 107 km, 4200 Hm 27:30 h 3. (von 4)

Wir sind durch die Tobel getanzt und wie.
Am Wochenende waren wir in der Schweiz auf dem 2. Tösstaler Dogtrekking. Wie immer gings Donnerstagabend in Begleitung von Papa mit dem Wohnmobil los. Die Fahrt in die Schweiz lief gut, bis auf den Schreckmoment den uns die Stufe am Womo kostete, als Papa es nicht mehr schaffte dem LKW Reifen auszuweichen. Zum Glück alles nicht so schlimm. Abends hieß es dann nur noch hopp hopp in die Falle, wir wollen morgen ausschlafen und dann halbwegs früh los.
Leider haben wir irgendwie nicht so gut geschlafen. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns langsam fertig und dann war es doch wieder 12 Uhr bis wir uns wirklich auf den Weg machen. Das Wetter war heute noch ok, wurde aber dann in der Nacht nicht gerade besser.
Am Start führten sich die 2 Großen, vorallem Charly mal wieder auf, als wären sie schon wochenlang nicht mehr draußen gewesen. Und wir brauchten etwas um uns erst mal klar darüber zu werden wo wir losmüssen. Doch dann waren wir endlich unterwegs. Und am Anfang erst mal mit Vollgas, es war total unmöglich die Jungs einzubremsen, doch zum Glück beruhigen sie sich dann doch.
So zogen wir die Strassen entlang und taten uns gleich mal mit der Karte etwas schwer, zu Anfang hatten wir echt unsere Schwierigkeiten da rein zu kommen, und kaum hatten wir das geschafft, passte gar nichts mehr! Kommt davon wenn man Seite 2 auf der Rückseite von Seite 1 vermutet. Doch irgendwann wurde uns auch dieser Fehler klar und die Erleichterung war groß, dass nun alles passte. Und so zogen wir weiter die Strassen entlang, für uns reine Wanderer, ausgerüstet mit Wanderstiefeln, war der bis hier hohe Asphalt Anteil zu hoch. Wir waren noch keine 30 km unterwegs und die Fußsohlen schmerzten schon ordentlich.
Aber nicht das dieses Stück nicht auch Landschaftlich viel zu bieten hatte, sanfte Hügel, und dann auch den ersten Tobel, wunderschön. Wir hatten schon schiss am ersten Checkpoint vorbei zu latschen, aber er war wirklich nicht zu übersehen, und nachdem wir erst mal wussten wie sie aussehen, war es leicht.

Das erste kleine Tief kam als Marcel einfach so locker flockig an uns vorbei gejoggt kam und uns wieder mal bewusst wurde wie langsam wir doch unterwegs sind. Und wie um alles in der Welt kann man nach so ner Strecke noch joggen? Aber ein blick auf die Uhr zeigte das wir absolut nicht langsam unterwegs waren, sondern für uns ein super Tempo drauf hatten. Dies erhöhten wir nochmal deutlich auf dem nächsten Abschnitt. Wunderschön ging es total eben an der Töss entlang. So hätten wir ewig weiter gekonnt.
Doch auch das hat ein Ende und der nächste Anstieg wartete schon auf uns. Aber erstmal die erste richtige Pause machen, zumindest mal einen Müsli- und einen Schokoriegel essen. Und dann hielt sich auch dieser Aufstieg in Grenzen, bisher war es wirklich sehr harmlos gewesen, viele ebene Stücke und sehr moderate Anstiege, wenn das so weiter geht dann läuft das super, aber natürlich geht es so nicht weiter.
Bei dem zwar immer noch ganz guten, aber schon trüben Wetter entschieden wir uns gegen das Besteigen des Aussichtsturms, nur schnell den Checkpoint loggen und weiter. Und dann kam er wieder, der Asphalt und dann auch noch ne Baustelle mit Umleitung, so dass wir auf dem Bürgersteig in den Ort mussten, anstatt an der Töss entlang, die erreichten wir erst nach ner Weile wieder.
Aber wir waren immer noch richtig super drauf, doch der Gedanke an eine Pause drängte sich nun immer mehr auf. Pausen, das erwartete Problem, für wirklich lange Pausen war es einfach zu kalt. Also ab zum nächsten Tobel. Nun setzte langsam die Dämmerung ein und wir entschieden am Tobel erst mal zu Abend zu essen, bevor es für eine solche Pause auch noch zu kalt wird. Und mal ehrlich, wer hat schon einen so perfekten Platz zum Abendessen. Ein Wasserfall, ein rauschender Bach, ein gemütliche Sitzgruppe und ansonsten stille, kein Mensch weit und breit. Das ist einer der Momente wo man wieder weiß, warum man sowas macht.
Nach der Pause wurden die Stirnlampen rausgekramt und weiter gings. Das ist der Zeitpunkt wo ich jeden bewundere und auch ein wenig beneide, der da noch allein unterwegs ist. Ich könnts nicht, aber wir haben ja unser kleines Team!

Im Nachhinein muss ich sagen das es von der Zeitplanung nicht optimal war, denn die schönsten Abschnitte folgten nun einer nach dem anderen in der Nacht und naja, viel sehen kann man nicht. Das ist das einzig doofe am Dogtrekkking und besonders zu der Jahreszeit, wo die Nacht über 10 Stunden lang ist, was uns auch etwas Sorgen machte. So lange waren wir noch nie durchs dunkle gelaufen. Aber am Ende ging auch das viel besser als erwartet.
Zunächst folgte nun mal der nächste Aufstieg und als es anfing zu bellen bin ich erst mal ganz schön erschrocken. Kurz vor der nächsten Strasse trafen wir auf weitere Dogtrekker, die sich hier erst mal eine Pause gegönnt haben und zu diesem Zweck mit Schlafsack doch um einiges besser ausgerüstet waren als wir. Aber wir hatten bewusst darauf verzichtet, da wir gerade mit Gewicht große Probleme haben, deshalb war nur die Notfallausrüstung dabei.
Und nun gingen sie los, kaum dunkel und schon fanden wir den weiterweg nicht. Bisher war der Weg auch immer markiert gewesen und ausgerechnet jetzt mussten wir auf einen Unmarkierten wechseln. Und wir fanden ihn einfach nicht. Schließlich stiesen die Beiden noch zu uns, aber auch sie hatten die selben Probleme und schließlich fanden wir gemeinsam den richtigen Weg und hangelten und von Abzweig zu Abzweig. Puh war das anstrengend, so kamen wir so gar nicht vorwärts, was direkt wieder aufs Gemüht schlägt.
Aber schließlich erreichten wir Zell und da mit den 4. Checkpoint. Danach lief es besser und wir verfielen wieder in unseren Trott. Es folgte der nächste Tobel, schmaler Pfad, schwarzer Abgrund, ich glaub das ist bei Tag richtig schön! Und dann ab auf den Berg, oben machten wir im kühlen Wind eine kurze Pause. Und wir fühlten uns gut, es lief super, wir waren immer noch flott unterwegs!
Weiter gings, wieder den Berg runter, durch den nächsten Ort und ab in den Wald. Selbst im dunkeln wurde klar das das ein schönes Stück ist. Und bei manchen Stücken waren wir dann doch fast froh nicht zu sehen das es seitlich doch deutlich runter ging.

Nach Checkpoint Nummer 6 war es nicht mehr lang bis Elgg und im Anschluss der nächste Kampf mit der Karte. Diesmal war es nicht schwierig den weg zu finden, wir fühlten uns nur etwas unsicher und schauten deshalb viel auf die Karte und kämpften uns von Kreuzung zu Kreuzung. Hier fing es auch an etwas zäher zu werden, zumindest vom Gefühl her. Und mit den Problemen mit der Karte kam auch wieder der Frust. Wir waren immer richtig, aber wir waren auch viel unsicher und umso froher als wir endlich den nächsten Berg bestiegen und den 7. Checkpoint erreicht hatten.
Nun fing der 8. Checkpoint, der Verpflegungscheckpoint mächtig an zu ziehen. Und so liefen wir nur noch mit dem Gedanken auf diesen, Meter um Meter und endlich waren wir da, und er lag einsam vor uns. Was hätten wir für etwas Gesellschaft gegeben, aber um 2 Uhr Nachts war das nicht zu erwarten gewesen. Aber die warme Brühe, die war es dann, sie brachte und viele Lebensgeister zurück, wärmte uns von innen und war einfach herrlich. So schafften wir sogar eine Stunde Pause ohne zu erfrieren.
Bis hierher war es super gelaufen, sowohl vom laufen her, als auch vom Kopf her. Allerdings hatten wir uns gedanklich auch nur bis zu diesem Punkt bewegt bisher, denn wenn man zu viel km in die Gedanken lässt und sich vor allem bewusst macht wieviel Stunden es noch sind, dann wird's im Kopf mehr als schwer! Also immer schön einen Schritt nach dem anderen.
Es viel uns recht schwer wieder los zu gehen, die Müdigkeit hatte sich nun doch deutlich eingeschlichen, nicht nur die in den Beinen, sondern auch die generelle. Die machte mir am Ende mindestens genauso viel zu schaffen wie die Körperliche Erschöpfung durchs laufen.

Auch jetzt kämpften wir wieder etwas mit der Karte, auch wenn wir uns wieder nicht verliefen. Und nun fing die Strecke sich das erste mal an zu ziehen, wir kamen uns unendlich langsam vor. Um so überraschter waren wir, als wir den 9. Checkpoint endlich erreichten, dass wir zeitlich immer noch flott unterwegs waren. Doch der Einbruch ließ nun nicht mehr lange auf sich warten und unser Tempo ging von Stunde zu Stunde weiter zurück.
Erstmal fingen wir nun an dem Ende der Nacht entgegen zu fiebern. Das laufen ging nun fast maschinell. Kurz vorm 10. Checkpoint setzte die Dämmerung ein, doch sie versprach keine große Verbesserung. Trüb, nebelig, feucht und sau kalt. Nächstes Ziel, der Abzweig am Hörnli. Und immerhin war es nun hell und wir würden vielleicht nicht mehr so mit der Karte kämpfen. Und dann sind wir gleich mal am Abzweig vorbei gelatscht. So ein Mist! Also wieder zurück und weiter. Auch wenn ich hinterher manchmal gedacht habe diesen Zacken hätten wir uns doch echt sparen können, aber nein, wir laufen den korrekten Weg, bescheißen ist nicht, auch wenn man nun öfters mal denkt, dass es vielleicht doch eine Überlegung wert wäre.
Und dann kam der nächste Verlaufer, aber diesmal schlugen wir uns nach unten durch und landeten schließlich an der Töss und gar nicht so weit von unserem eigentlichen Punkt weg. Ganz kurz überlegten wir die Schleife weg zu lassen, eigentlich wollten wir nur noch zurück. Wir kamen nicht mehr voran, liefen nun in Zeitlupe. Es war klar das das mit den 24 Stunden nichts werden würde, auch wenn wir bis km 80 bei einem Schnitt waren der auf gerade mal gute 22 Stunden gekommen wäre. Aber immerhin konnte man an der Töss nun erst mal wieder ein Stück gedankenlos voran eilen.
Der nächste Aufstieg begann, die Sonne kam raus und es wurde klar das unsere Wasservorräte knapp werden würden. Also etwas rationieren und hoffen das wir für die Hunde noch was finden, was Gott sei Dank der Fall war. Am Anfang des Aufstiegs eine Bank, Pause, am liebsten nicht mehr aufstehen. Und dann joggt ne Horde Menschen an uns vorbei und locker leicht den Berg hoch. Gar nicht gut für den Kopf, mit dem wird's nun eh langsam immer schwieriger, aber was haben wir schon für eine Wahl, Aufgeben ist nicht!
Also weiter, einen Fuß vor den anderen, spätestens jede Stunde eine Pause. Mit den Gedanken nur noch bis zum nächsten Abschnitt, den restlichen Track in kleine Abschnitte einteilen. Und immer einen Schritt vor den anderen. Der Weg zieht sich und wie er sich zieht! Und schon wieder Asphalt und völlige Verwirrung. Wir sind aus der Karte geflogen, alle Schilder zeigen nach Bauma nur welches ist der Richtige weg, hin und her, und am Ende wohl eher nicht den richtigen gegangen. Egall, wir sind in Bauma angekommen und haben somit die Schleife gepackt. Nun heißt es Endspurt nach Hause!
Doch der soll uns nochmal auf eine sehr, sehr harte Probe stellen. Aus Bauma raus der Aufstieg war wunderschön und dann Gott sei Dank auch schneller rum als erwartet. Doch dann hatte uns der Asphalt wieder, für unsere geschundenen Füße die irgendwie keinen Schritt mehr weiter wollten echt viel. Und jeder Meter zog sich nun, und damit vertaten wir uns auch noch, denn wir waren auf der Karte noch gar nicht so weit. Und somit liefen wir zwar richtig, glaubten aber falsch zu sein und bogen somit nicht da ab wo wir hätten müssen. Und auf einmal passte nichts mehr, doch das rettende Schild kam irgendwann, wir konnten uns halbwegs wieder positionieren, aber in unsere Müden Hirne ging nicht mehr wirklich rein wo wir waren. Und da fing Charly an sich hinzulegen und somit war klar, kürzester Weg zum Camping und dann ohne Charly noch schnell zum letzten Checkpoint.

Gott war das schwer, als wir endlich auf dem Campingplatz ankamen die Euphorie zu stoppen und ihnen zu sagen das wir noch nicht zurück sind. Dann alle Hunde bei Papa abladen und auch ihn stoppen und nochmal los. Nochmal LOS!!! Pepe spurtete den Weg lang, mir fiel es nun deutlich schwerer, aber nicht aufgeben, als weiter. Letzter Checkpoint loggen und nichts wie wieder zurück.
Geschafft. Leider hatte Charly uns um den Perfekten Empfang gebracht, denn ohne die Hunde fühlte sich der Zieleinlauf irgendwie nicht richtig an. Aber wir hatten es geschafft. Laut unserem Track sagenhafte 115 km in 27 Stunden und 30 Minuten. Wir waren komplett alle, aber dieses Gefühl lässt sich einfach nicht beschreiben!
Und immerhin, wir waren ja nicht die einzigen die rumgeeiert sind. Aber die fehlende Stufe am Wohnmobil machte sich nun doch massiv bemerkbar und beim Essen schlief ich einfach am Tisch ein und so wurden wir heute nicht sehr alt.
Die Siegerehrung am nächsten Tag war dann wieder richtig schön gemacht. Am Ende waren es nur 4 die die lange Strecke gelaufen waren, und die schnellste in 20 Stunden, abartig! Wir waren zwar die langsamsten, aber hey, bei gerade mal 4 ist das sowas von wurscht, wir waren im Ziel angekommen!
Danke an Jasmin und Martin für diesen schönen Dogtrekk, wo ich fürchte das wir irgendwann wiederkommen und uns das im hellen mal anschauen müssen, für den Verpflegungspunkt, eine geniale Idee, die gern Schule machen darf und die super Organisation!
 
 

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