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4. Zugspitz Dogtrekking am 13.-15.07.2018

Ort Datum Hundeführer Hunde Strecke Länge Zeit Platz
Zugspitze 13./14.07.2018 Nina Tay/Jill Sporthund 55 km, 4500 Hm 18:28 h 1. (von 6)
13./14.07.2018 01.04.2017 Pepe Charly/Mun Sporthund 55 km, 4500 Hm 18:28 h 1. (von 6)

Heute (Donnerstag, 12.07.) war es soweit, das Zugspitzdogtrekking 2018 stand vor der Tür. Nach der Arbeit noch schnell den letzten Rest ins WoMo schmeißen, tanken, Nina auf der Arbeit abholen und schon waren wir unterwegs nach Grainau, Zugspitze wir kommen. Leider dann doch nicht so schnell, die Autobahnen waren voll und bei Stuttgart ging dann gar nix mehr. So verloren wir zwei Stunden und liefen erst um kurz nach elf auf dem Campingplatz ein. Gut dass wir alles im Vorfeld geklärt hatten und so nur noch unser WoMo parken mussten. Schnell hallo sagen, die Hunde versorgen und ab ins Bett. Wir wollten freitags vormittags starten, aber natürlich erst, wenn wir ausgeschlafen hatten.
Ausschlafen war dann leider nicht so, wir schliefen beide nicht so gut und waren recht früh wach. Also aufstehen, in Ruhe Frühstücken, fertig machen, noch kurz schwätzen und um 10:10 Uhr begann das Abenteuer.
Und was soll ich sagen, es war sau anstrengend, wir gingen an unsere Grenzen, aber es war mega geil! Das Wetter war einfach herrlich, Sonne mit wenigen Wolken, warm, genau unser Ding. Das Panorama ist einfach traumhaft, und wir konnten es dieses Mal so wirklich genießen.
Unser Weg führte uns zuerst vom Camping durch Grainau nach Hammersbach. Dort ließen wir die Höllentalklamm links liegen und stiegen durch den Wald hoch Richtung Eibsee bzw. Riffelriß. Der Abschnitt war genau richtig zum Warmlaufen, es ging zwar hoch, die meiste Zeit aber nicht so steil, so dass man schön laufen konnte. Im Schatten waren die Temperaturen noch sehr angenehm. So kamen wir an der Zugspitzbahn vorbei, leider sahen wir sie nur noch von weitem. Unter der Eibseebahn hindurch ging es nun steiler bergan. An der Station Riffelriß der Zugspitzbahn begann dann der steile Aufstieg zu Riffelscharte. Hier suchten wir einen kleinen Moment nach unserem Weiterweg, der Track passte nicht so ganz zu den Wegen, alles aber kein Problem. Nun ging es steiniger bergan, zur Sicherheit legten wir hier auch unsere erste kleine Pause ein und booteten die Hunde. Dann querten wir ein Geröllfeld und die Kraxelei begann. Über Geröll ging es senkrecht den Berg hoch, zwei Schritte vor, einer zurückrutschen. Krampfhaft zogen wir uns an den, zum Teil leider losen, Stahlseilen bergan. Dann ging es in den Fels. Steil, aber alles Stahlseilversichert und die Hunde waren einfach nur super. Sie hörten klasse, Charly lief artig hinter mir her, folgte meiner Spur. Trotzdem, ja nicht runter schauen oder nachdenken. Auf halber Höhe legten wir eine kurze Pause ein, merkten aber schnell, dass wir zu leicht anfingen über den Weg nachzudenken, also lieber weiter. Und dann hatten wir es geschafft. Wir waren oben, überglücklich, aber uns auch schnell einig, das machen wir mit den Hunden nicht nochmal. Auch wenn die vier echt super klasse waren, alles toll gemeistert haben und super gehört haben!
Nun gönnten wir uns erst einmal eine Pause, sammelten unsere ersten Buchseiten ein und genossen die herrliche Aussicht. Über den Abstieg versuchten wir nicht nachzudenken. Es hieß, der ist leichter, und daran glaubten wir ganz fest. Und so war es dann auch, der Abstieg war zwar auch recht steil, aber nix mit klettern, nur ein zwei etwas schwerere Stellen, aber nichts im Vergleich zum Aufstieg. Und der Blick ins Höllental war einfach gigantisch!
Und so erreichten wir nach guten fünf Stunden die Höllentalangerhütte. Schon etwas müde, aber super zufrieden mit unserer Leistung, und vor allem mit der Leistung unserer vier Wuffs. Sie hatten das alle super gemacht, toll gearbeitet, toll gehorcht.
Hier gönnten wir uns nun die erste längere Pause. Gemütlich saßen wir in der Sonne, aßen einen ersten Schokoriegel, füllten unsere Wasservorräte auf. Schon oben an der Riffelscharte hatten wir beschlossen, dass wir nicht zur Meilerhütte hoch wollen, also dass wir heute den Sporthund unter die Füße nehmen. Wir einigten uns, dafür nicht zu biwakieren, sondern mehr oder weniger durch zu laufen. Frisch gestärkt machen wir uns also an unseren nächsten Anstieg. Es ging hoch zur Rinderscharte, anfangs über Serpentinen und Fels, anstrengend, aber noch ok. Dann kamen die Treppen, und bis zur Scharte wurden es immer mehr und wir fingen an Bernd zu verfluchen. Am Ende konnten wir keine Stufe mehr sehen, waren ganz schön am Schnaufen, aber auch diesen Berg hatten wir erklommen und konnten uns unsere nächsten Buchseiten sichern. Auch hier hoch hatten die Hunde toll gearbeitet, ohne Charlys (und Muns) Hilfe wäre ich die verfluchten Treppen bestimmt nicht hoch gekommen.
Nach einer kurzen Pause, eigentlich sammelten wir nur schnell die Buchseiten ein, es wurde hier im Wind doch schnell kühl, machten wir uns an den kurzen, steilen Abstieg zum Restaurant Alpspitz. Hier legten wir unsere nächste längere Pause ein, aßen unser erstes Sandwich.
Erstaunt wie viele Wanderer um diese Zeit noch unterwegs sind, es war schließlich nach 18 Uhr, und die waren auf dem Weg nach oben, machten wir uns gemütlich auf den Weg nach unten. Schnell sammelten wir noch unsere nächsten Buchseiten ein, dann ging es auf den Bernhardeiensteig weiter hinab. Schwungvoll nahmen wir die Serpentinen und schnell standen wir am Abzweig zum Stuibensee. Dass es hier hoch geht war uns klar, aber so, dass hatten wir doch unterschätzt. Mühsam quälten wir uns den Berg hoch, Nina hatte einen totalen Hänger und auch ich wollte eigentlich keinen Schritt mehr den Buckel hoch gehen. Und so hofften wir in jeder Senke die kam den See zu erblicken, aber Pustekuchen. Nix, weiter, wieder nix, noch weiter...
Als wir dann immer höher kamen hatten wir dafür wieder eine herrliche Aussicht. Der Blick auf das Felsmassiv mit der Meilerhütte in der Abendsonne war einfach gigantisch. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Und da war er dann doch noch, endlich standen wir am Stuibensee. Ein wirklich herrliches Plätzchen. Hier gönnten wir uns eine Pause, machten unser Checkpointfoto und suchten nach dem Weiterweg. Schnell war klar, wir gehen denselben Weg zurück. Nach letztem Jahr hat Nina definitiv noch ein Stuibentrauma, und nachdem der Weg kaum auszumachen war und wir gelesen hatten, dass es noch schlimmer wird, die Sonne am Untergehen war, beschlossen wir, nicht noch einmal am Stuiben im Dunklen rum zu irren, sondern auf Nummer sicher zu gehen. Also denselben Weg zurück und weiter durch den Wald. Nun ging es bald runter zur Bockhütte. Wir beschleunigten unsere Schritte. Wir wollten möglichst nicht hier noch die Stirnlampen rauskramen müssen. So erreichten wir mit dem letzten Lichtschimmer die Bockhütte. OK, die letzten Meter war es schon arg duster.
Erfreut noch Licht in der Hütte zu sehen, ließen wir uns auf einen der Außenbänke fallen und kramten unsere leeren Wasserflaschen raus. Ohne Nachfüllen wäre es echt eng geworden. Wir wurden nett empfangen und das nachfüllen unserer Vorräte war gar kein Problem. Noch ein kurzer Plausch und wir machten uns wieder auf den Weg. Der nächste Anstieg stand bevor.
Nun mit Stirnlampe ausgestattet kämpften wir uns über Fels und Schotter hoch ins Oberrheintal, Serpentine für Serpentine. Obwohl Charly unten an der Patnach nochmal ordentlich getrunken hatte interessierte er sich in meinen Augen zu sehr für den Bach, der laut plätschernd sich zu unserer linken ins Tal stürzte. So musste ich ihm bei einigen rechtskehren sehr deutlich sagen, dass er hier rechts abbiegen soll und nicht irgendwo im Abgrund verschwinden...
Irgendwo oben verloren wir den Weg und landeten in einem trockenen, Steinig, schottrigen Bachbett. Dies führte aber auch in die richtige Richtung, war nur nicht so gut zu gehen wie der eigentliche Weg, wie wir später feststellten. Trotzdem kamen wir oben an, wo sich der Weg etwas in den Wiesen verlor. Aber das Licht der Hütte leuchtete uns von weitem entgegen und so erreichten wir zielsicher das Toilettenhäuschen. Das nutzten wir auch gleich mal, bevor wir uns auf die Suche nach unserem Buch machten. Das Schild an der Toilette, schnell mal geschaut, aber schnell war klar, passt nicht, passt auch nicht zum Schrieb. Schnell war im Dunklen auch das Schild ein paar Schritte unterhalb ausgemacht, auch der Stein konnte sich nicht verbergen, Markierung drauf, passt, aber kein Buch. Wir suchten kurz rum, ließen es dann aber sein, machten schnell ein verwackeltes, dunkles Bild vom Toilettenhäuschen, dass sollte passen.
Wo nun weiter? Eigentlich sollten wir hier oben auf einem anderen Weg zurück, der müsste auch irgendwo hier am Schild sein, er war aber in der Wiese nicht auszumachen. Ein Blick aufs GPS, vergiss es. Das hatte kaum Empfang, sprang wild hin und her und hatte eine Genauigkeit von 50-100m. Damit war nix anzufangen. Also denselben Weg zurück, nur diesmal bitte nicht durchs Bachbett.
Schon fast unten kam uns ein Licht entgegen. Hatten wir doch den ganzen Tag darauf gewartet, dass uns von hinten einer der schnellen Ultra-Läufer überholt, aber niemand kam. Nina lief voraus und unterhielt sich schon als ich näher kam und dacht, die Stimme kennst du doch. Bernd lief den Flegel falsch herum und war gerade auf dem Weg zum Oberrheintal. Toll, ihn hier zu treffen. Wir unterhielten uns kurz, teilten ihm mit, dass das Buch oben fehlt und er versprach uns, dass wir ihn auf dem Weg hoch zum Kreuzeck verfluchen werden, er uns das aber verzeiht. So sollte es auch kommen...
Aber zuerst ging es nun gemütlich ein Stück das Rheintal runter, dann aus diesem raus und leicht den Berg hoch. Auf breiten Weg konnten wir schön nebeneinander her laufen und machten mal wieder Meter. Ohne Bernds super Pfeil wären wir am Abzweig bestimmt vorbei gelaufen. Vor allem weil dieser am Einstieg recht zugewachsen ist und gerade am Anfang ein paar Bäume quer liegen. Irgendwie schafften wir es um die Bäume rum und stürzten uns durch den Wald runter zur Laub Hütte. Dort ließen wir uns erstmal auf die Bank davor fallen und rüsteten uns noch einmal für den letzten Anstieg.
Nur kurz ging es auf breitem Weg bergan, dann wurde der Weg schmal und steiler. Teils ging es in einer ausgewaschenen Rinne berghoch, nicht immer so toll zu gehen. Auch war inzwischen jeder Schritt aufwärts eine Quälerei. Nach einiger Zeit begannen die Serpentinen. Unendlich viele. Wir kämpften uns Schritt für Schritt hoch, zwei, drei Serpentinen, verschnaufen. Immer die Überlegung, bleib ich stehen zum Luftholen, schaff ich es dann überhaupt noch weiter zu gehen? So ging es Serpentine für Serpentine aufwärts. Auf halber Höhe legten wir nochmal eine kurze Pause ein und ließen uns am Wegrand nieder. Aber es hilft ja nix, das schaffen wir nun auch noch!
Und dann waren wir oben, der letzte Anstieg war geschafft. Wir ließen uns einfach nur auf den Schotterweg fallen, lehnten uns zurück, verschnauften und genossen den genialen Sternenhimmel!
Jetzt zog es uns zurück zum Campingplatz. Es war mitten in der Nacht und neben der körperlichen Anstrengung kam nun auch die Müdigkeit hinzu. Nur, wie komm ich da nun wieder hoch. Irgendwie schaffte ich es auf die Beine und da es nun runter geht, schickte ich Charly nach hinten. Der starrte mich einfach nur an: "Was hast du gesagt, was soll ich?" Es dauerte bestimmt fünf Sekunden bis es klick machte und er sich hinter mir einsortierte.
Nachdem wir noch schnell unsere letzten Buchseiten eingesammelt hatten ging es nun flotten Schrittes die Serpentinen runter. Anfangs schottrig durch den Wald, verloren wir in der Hälfte kurz die Orientierung trafen dann aber den richtigen Weg. Später wurde der Weg recht unangenehm zu gehen und dadurch wir etwas langsamer. Die Steine wurden weniger, der Weg nun rutschiger. Und dann bimmelten da auch noch Kuhglocken vor uns. Kurz darauf meinte Nina von vorne, da liegt eine. Ich nur wo, müssen wir da vorbei? Seit unserer Alpenüberquerung und dem schlechten Erlebnis in Korsika haben wir so unsere Probleme mit Kühen. Wir also schnell, mit möglichst viel Abstand vorbei, bleib ja schön liegen, brave Kuh. An der nächsten Kuh mussten wir dann Gott sei Dank nicht mehr vorbei, sondern bogen vorher nach rechts von der Weide ab. Vor uns in der Tiefe leuchteten die Lichter von Hammersbach. Und dann waren wir unten. Nun war es fast geschafft, nur noch durch den Ort nach Grainau und zum Campingplatz. Und während wir die letzten Meter unter die Füße nahmen, kamen uns nun doch einige Dogtrekker entgegen, die ihren Lauf erst begannen. Während Nina schon Tay und Jill ausspannte, machte ich um 4:38 Uhr noch schnell unser Zielfoto.
55,4km und 4500 Höhenmeter in 18:28!
Geschafft! Wahnsinn!
Fix und fertig kümmerten wir uns noch schnell um die Hunde bevor wir uns ins Bett fallen ließen. Ein paar Stunden Schlaf und wir konnten den restlichen Samstag entspannt genießen und die Rückkehrer bejubeln. Auch ein paar nette Gespräche wurden geführt, das war echt toll, dadurch dass wir so früh zurück waren, hatten wir endlich auch mal etwas Zeit zu plauschen.
So ging ein tolles Wochenende viel zu schnell rum und der Sonntagmorgen mit der Siegerehrung kam. Und die haute uns nochmal komplett aus den Latschen. Wir hatten auf dem Sporthund die schnellste Zeit!!! Damit hatten wir ja so gar nicht gerechnet!
Und auch wenn wir damit eigentlich mit der Zugspitze abgeschlossen hatten, das alpine Gelände ist halt so ein zweischneidiges Schwert für uns, sind wir uns sicher, wir kommen wohl doch wieder. Es ist einfach eine zu tolle Gemeinschaft!
Danke Bernd und allen anderen für dieses tolle, erstklassige, mega geile Event!
Und allen Finishern und die, die es nicht ganz geschafft haben, herzlichen Glückwunsch zu den tollen Leistungen!
 
 

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