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3. Zugspitzdogtrekking am 14./15.07.2017

Ort Datum Hundeführer Hunde Strecke Länge Zeit Platz
Elbsandsteingebirge 01.04.2017 Nina Tay/Jill Dogtrekking XS 50 km DT (70 km) nicht gefinished
Elbsandsteingebirge 01.04.2017 Pepe Mun Dogtrekking XS 50 km DT (70 km) nicht gefinished

Wie soll ich dieses Erlebnis beschreiben, die Gefühle, das ist kaum in Worte zu fassen.
Der 3. Zugspitz Dogtrekking. Endlich können wir dabei sein, wir haben fleißig trainiert, vor 2 Wochen beim Abschlusstraining im Pfälzer Wald noch mal schnell 75 km in knapp 15 Stunden gelaufen. Mangelnde Höhenmeter durch Zeit ersetzt. Und trotzdem blieb eine gewisse Unsicherheit. Alpines Gelände haben wir halt einfach nicht zur Verfügung.
Und von Anfang an blieb die Unsicherheit wann wir starten sollten. Auch hier fehlten die Erfahrungswerte wieviel langsamer wir sein würden. Wo wollen wir auf keinen Fall im Dunklen sein, wo macht's uns am wenigsten aus? Am Ende entscheiden wir uns dafür noch am Abend zu starten, denn wenn wir gegen Mitternacht los wollen würden wir vorher eh nicht mehr schlafen und würde nur noch müder werden. Auch das eine Frage ohne Erfahrungswerte, Abends starten...
Der Pan war eigentlich spät aufzustehen, was wegen der Anfahrt nicht ganz klappte (hier wäre ein Tag mehr Urlaub sinnvoll gewesen, Anfahrt und Start am selben Tag war nichts!) und zudem war die Fahrt eine einzige Katastrophe. Zum 2. Mal fand Tay, womit ich nicht gerechnet hatte, in seiner Box keine Ruhe (Ursache muss nun ermittelt werden, so geht das ja nicht und nach Korsika vor einem dreiviertel Jahr hat er zum Beispiel tief und fest geschlafen). Und so fanden auch wir keine Ruhe mehr, was dazu führte, das wir eigentlich nicht ausgeruht genug ankamen.
Die Ankunft war super, Herzlicher Empfang, super Leute, vorallem Bernd als Organisator ein super Typ. Aber da war sie wieder, die Startfrage, denn was so gar nicht mitspielen wollte war das Wetter! Gewitter ist für den Abend und die Nacht vorher gesagt, die Wolken hängen tief und sind bedrohlich schwarz. Zumindest Regen haben wir schon jetzt.
Achterbahn fahrt der Gefühle. Gerade waren wir noch recht euphorisch, dass es nun endlich los geht, nun überwiegen Zweifel und die Frage, was um alles in der Welt machen wir hier eigentlich.
Viel hin und her, letztlich starten wir dann doch wie geplant gegen 19:30, nachdem wir hören das die ersten schon unterwegs sind, bzw. andere auch starten sehen. Die Hoffnung das die Gewitter weg bleiben... Gegen den Regen hat jede Hoffnung verloren, noch geht es, aber im laufe der Nacht wird es sich immer mehr einregnen.
Wir sind unterwegs, Chacka, und verfehlen gleich mal den Campingplatz Ausgang, na das ist doch ein super Start. Nun aber.
Unterwegs sind allerdings nur Pepe mit Mun und Jill und ich mit Tay, Charly haben wir bei Papa zurück gelassen, er hat zwar viel gelernt, aber er ist einfach nicht Komandosicher genug für solches Gelände (was vermutlich eher ein Irrtum war, wie sich später auf dem Meraner Höhenweg zeigt, er kann vorallem das notwendige Zurück echt zuverlässig schon, trotzdem war es die richtige Entscheidung). So funktioniert es aber nicht sehr gut und so wird Jill wieder in ihr Team zu Tay gesteckt, allein läuft Mun deutlich besser.
Aus dem Ort raus Richtung Hölltal, ein einlaufhatscher, der bei dem Wetter nicht gerade Stimmung macht. Aber wir sind trotzdem ganz guter Dinge, noch ist alles gut und wir wollen einfach dran glauben das das Wetter besser wird, wir packen das....
Die Hölltalklamm ist nass und kalt, erste Zweifel kommen auf ob wir wirklich genug anzuziehen dabei haben. Und sie zieht sich länger als gedacht, wir kommen nicht gut voran, die Dunkelheit kommt bei dem miesen Wetter auch noch früher und so schaffen wir unser erhofftes Ziel im hellen noch bis zu den Kapphäusern zu kommen nicht.
Dafür stellt sich dieses Stück als harmloser heraus als befürchtet, das motiviert wieder. Doch die Dunkelheit tut das nicht gerade, macht uns aber viel weniger als erwartet zu schaffen. Der Regen und die Kälte dagegen umso mehr. Der Anstieg fängt langsam an sich extrem zu ziehen, Pepe muss eingestehen dass sie sich übernommen hat. Das Tempo? Ganz sicher aber die Kälte, sie friert und ihr Körper verbraucht unnötig Ressourcen um wärme zu produzieren. Wir bräuchten mal eine Pause, aber dazu gibt's einfach keine Möglichkeit, viel zu kalt und zu nass und in der Nacht ja auch erst wieder die Reintalangerhütte die offen hat.
Also weiter, irgendwann ist auch der längste Aufstieg geschafft und es besteht Hoffnung das wir uns bergab wieder ein klein wenig erholen können.
Aber hier schlagen erst mal Wind und Kälte zu, als dann Tanja, eine Teilnehmerin, einfach so flott an uns vorbei marschiert, kommen Zweifel ob wir dem wirklich gewachsen sind. Wir sind zu langsam unterwegs, normal sind wir immer super schnell, siehe Elbi, aber hier will es nicht funktionieren. Pepe überlegt immer öfters abzubrechen, will aber das ich weiter gehe. Nur wie soll ich das allein gehen, das schaff ich nicht, da wird die Nacht ewig und ich habe auch zu viel schiss vor diesem Anstieg. Der Anstieg, bei Kilometer 50 aus dem Puittal an die Meilerhütte hängt wie ein Damokles Schwert über uns. Ich bin weiterhin unsicher ob ich den nervlich pack, aber mit Pepe zusammen zuversichtlich, doch allein...
Erstmal weiter, bis zur Bockhütte will Pepe auf jedenfall kommen, dann sehen wir weiter. Wir fangen an Optionen und Alternativen zu planen, Pepe bleibt bei der Bockhütte, ich schließe mich anderen an, wir gehen zusammen bis zur Knorrhütte, Pepe steigt dann nach oben zum SonAlpin aus, oder wir steigen im Puittal aus, aber ei, wenn wir erst mal sooo weit kommen....
Wir erreichen den Abzweig zum Stuiben, Pepe überlegt hier zu warten, aber wie, es ist nass, kalt, dunkel und absolut nichts da wo man warten könnte. Also begleitet sie mich bis zur Stuibenhütte, die leider halt auch nur eine Jausenstation ist, also Nachts geschlossen. Aber dort kann man sich im windschatten, wenigstens etwas hin setzten, regnen tut es gerade auch nicht so sehr. Ich lasse die Shelties und meinen Rucksack bei ihr und mache mich auf den Aufstieg. Noch fühle ich mich richtig gut, die Nacht kann mir erstaunlich wenig anhaben.
Doch der Stuiben versucht uns zu brechen! Schon ziemlich früh verliere ich den Weg und versuch mich anhand des GPS zurück zu hangeln, natürlich bin ich zuweit unten gelandet. Doch selbst als ich auf dem Track bin ist da kein Weg und der Track passt da auch nicht so ganz. Schließlich lande ich mitten in einem Kiefernhain und begehe den Grandiosen Fehler zu glauben ich könnt da nach vorne durch, anstatt sofort umzudrehen. Ich kletter und kriech und habe mich am Ende tatsächlich komplett in diesem Hain verlaufen. Keine Ahnung wie ich da rein gekommen bin und noch weniger eine wie ich da wieder raus kommen soll!!! Gerade als es anfängt an die Psyche zu gehen, treffe ich die irre Entscheidung mich einfach auf den Hosenboden zu setzen, Meine Schuhe sind eh durchweicht, mein Poncho hält noch, aber meine Hose ist auch nass, und mich einfach unter den Ästen durch nach unten rutschen zu lassen bis ich da wieder raus bin. Hoffentlich klappt das mit Tay und der Leine, losmachen traue ich mich bei Tay nicht. Es ist abenteuerlich, gibt komplett nasse Klamotten und ein paar Kratzer, Tay verheddert sich einmal, zum Glück nicht wild und es passiert nichts und dann sind wir tatsächlich wieder draußen. Die Erleichterung könnt ihr euch kaum vorstellen. Nur, wie um alles in der Welt soll ich auf diesen verfluchten Berg kommen??? Noch geb ich nicht auf, gefühlt geht es senkrecht die Wiese hoch und dann als ich merke das der Gipfel im leben nicht da ist wo das GPS zeigt, sehe ich oben Licht. Eine Stirnlampe. Mein neuer Zielpunkt! Und gerade rechtzeitig erreiche ich sie, denn durch den Ring aus Kiefern wäre ich nie im Leben gekommen, den Einstieg hätte ich nie im Leben gefunden (und da wäre ich nicht die einzige gewesen). Doch es ist Bernd, na der kennt doch den Weg, doch auch er braucht einen 2. Anlauf um den Pfad zu finden, und ja, man kann sich über eine solche Kleinigkeit so richtig freuen. Er lässt mir den Vortritt beim "loggen" und so befinde ich mich ruck zuck wieder auf dem Abstieg, der völlig ereignislos und unglaublich schnell von statten geht. Ziemlich unten treff ich auf Steff und ihre Partnerin.
Pepe konnte sich etwas ausruhen, ist ein paar mal weg gedöst, aber die Kälte lies echten Schlaf nicht zu. Wir machen uns an den abstieg zur Bock Hütte, er zieht sich, aber es regnet gerade mal nicht so und hinter uns blitzt immer wieder das Licht von Bernd auf. Pepe geht es deutlich besser und so kehrt Motivation zurück.
An der Bockhütte treffen wir auf die schlafende Tanja, die hat in der Planung eindeutig einiges richtiger gemacht als wir! Es ist zu kalt, Hunde bellen, also gehen wir weiter. Bis zur Reintalangerhütte wollen wir kommen, dort wollen wir eine längere Pause machen. Von Hütte zu Hütte hangeln ist nun die Devise.
Das Reintal geht sich angenehm, wir ergehen uns in Erinnerungen, als wir das letzte mal hier hoch sind, die Nacht neigt sich dem Ende zu, eigentlich wollten wir da schon mindestens an der Knorrhütte sein. Wir sind zu langsam, aber eigentlich ist das wurscht, wenn wir erst in der nächsten Nacht ankommen ist doch auch wurscht.
Und endlich, endlich erreichen wir die Reintalnagerhütte. Gerade mal 28 km sind geschafft, die Nacht geht bereits in die erste Morgendämmerung über, nen Sonnenaufgang werden wir wohl nicht bekommen, zu viele Wolken und ich mache endlich meine erste Pause. Und genau das ist sicherlich einer der Fehler, das wir nicht bedacht haben, dass bei dem schlechten Wetter und in der Nacht die Pausen zum Problem werden. Zudem merke ich erst jetzt das ich zwar genug getrunken, aber absolut noch nichts gegessen habe, sicherlich ein weiterer Fehler. Da muss ich mehr drauf achten...
Wir sitzen in der Hütte, alles schläft noch, es ist nicht super warm, aber wenigstens nicht kalt. Wir dösen etwas, doch als der Morgenbetrieb beginnt machen wir uns wieder auf den Weg. Nun kommt der doch heftige Anstieg zur Knorrhütte, ein erster Test, wie stecken wir den noch weg? Denn er ist ein kleiner Vorgeschmack was uns bei Kilometer 50 noch erwartet. Langsam, Schritt um Schritt, klettern wir den Hang hoch, Geröll, nun wenigstens wieder sichtbar. Wir hatten die Hoffnung das uns die Sonne wieder etwas Lebensgeister einhaucht, nur welche Sonne? Es bleibt trübe und als wir uns der Knorrhütte nähern wird das Wetter wieder richtig schlecht. Nebel und Regen... Doch wir haben es geschafft, die Knorrhütte ist erreicht und in ihr ists warm, richtig warm. Wir wärmen uns zusätzlich mit einer heißen Schokolade und dösen dann einfach am Tisch sitzend eine Runde. Die Lebensgeister werden geweckt, es hat richtig gut getan. Trotzdem, für den Kopf wird's langsam schwer, denn wir haben noch nicht mal ganz die Hälfte der Strecke...
Langsam kommen auch bei mir zweifel, dass wir das packen. Und genau das ist wahrscheinlich immer der Anfang vom Ende.
Das Wetter ist beschissen als wir weiter gehen, das Stück nach dem Gatterl verlangt auch von meinen Nerven nochmal was, aber wir packen es. Doch der Südhang, der irgendwie erst ein Tal, dann ein morz Anstieg und dann ein Südhang ist, zieht sich ewig. Wir haben das Gefühl absolut nicht mehr voran zu kommen. Eigentlich müssten uns langsam einige entgegen kommen die dieses Stück andersrum gehen wollten. Aber außer einer Gruppe kommt niemand. Endlich kommt der nächste Abstecher, war der nicht im ersten Drittel dieses Stückes, oh man... Und das Wetter ist beschissen, Nebel und ein heftiger Wind. Wir entscheiden auf diesen Abstecher zu verzichten, nicht bei dem Wetter, nicht heute, nicht jetzt.
Einige Zeit darauf werden wir von einem Schweizer überholt und uns wird wieder mal unser langsames Tempo bewusst. Er war am Berg oben und hatte seine Not mit dem Wind. Und er rennt für unsere Begriffe regelrecht den Berg hoch. So langsam kommts im Kopf an, wir packen das heute nicht. Aber noch wird der Gedanke nicht zugelassen, wir sind so weit gekommen, wir haben so hart trainiert, . Aber schon das Stück verlangt viel von uns ab und da ist ja noch DER Anstieg!!!
Und als ist da der Wind und der Regen. Wenigstens zweiteres lässt nach, aber zu spät, viel zu spät. Schon wieder laufen wir ewig ohne Pause und immer mehr wird uns bewusst, wieviel noch vor uns liegt. Das GPS zeigt einfach nicht weniger an, das kann doch alles nicht stimmen, aber es stimmt, wir kommen einfach nicht voran...
Und dann wird es das erste mal ausgesprochen, schaffen wir es? Wir machen auf einem der Pässe eine Pause und da wird klar, wir wissen nicht ob wir den Anstieg hoch kommen und Tay fängt auch an zu schwächeln. Mein immer freundlicher Hund knurrt Leute an und schmeißt sich sofort hin. Die beschissene Fahrt hat ihr Spuren hinterlassen und da fällt die Entscheidung ganz leicht, nein, leicht nicht, aber es gibt keine andere Wahl. Weh tuts trotzdem, da kann man noch so sehr wissen das es die einzig richtige Entscheidung ist. Und es werden sicherlich mehr als einen Moment kommen wo an mit der Entscheidung hadert, richtig hin, richtig her. Wissen das es richtig war hin, oder her, wissen das es nicht anders ging hin oder her. Immer wieder werden die Fragen kommen ob vielleicht nicht doch....
Denn eins ist gewiss, ob es eine 2. Chance geben wird weiß ich nicht. Pepe eher nicht, ich hadre etwas. Der Trainingsaufwand ist halt doch recht hoch, neben Vollzeitjob und vorallem den anderen Hobbys, Tays Hundesport,... 50 km im Elbi waren da doch eine ganz ganz andere Hausnummer.
Aber es Hilft alles nichts, Papa wird informiert, bevor wir ins Puittal absteigen haben wir endlich mal Handy Empfang. Und dann, dann endlich reisen die Wolken ganz auf und die Sonne kommt raus. Es wird angenehm warm!
Jetzt 2-3 Stunden schlafen und dann .. Zu spät. Die Entscheidung ist getroffen und so gehen wir schweren Herzens an dem Abzweig vorbei. Nur für Geübte, heute nicht für uns...
Der Abstieg das Puittal raus zieht sich und ist am Ende nochmal ordentlich steil durch den Wald. Immer wieder werden nun Bänke zum ausruhen genutzt, in der warmen Sonne fallen einem schier die Augen zu.
Einerseits sind wir erleichtert, nun ist es bald rum, andererseits, wir haben es nicht geschafft. Nein, es war diesmal für uns nicht zu schaffen. Und dann, am Nachmittag sind wir endlich unten, was haben sich die letzten Kilometer bis in den Ort dann noch mal gezogen, dachte man doch wie man endlich unten war man häts nun geschafft. Doch da, endlich, die Strasse, ein Hotel, ein Mäuerchen... Ende, aus, vorbei....
Papa kommt und fährt blind an uns vorbei, so versteckt saßen wir nun wahrlich nicht. Zum Glück hat das Handy Empfang und er kann uns einfangen. Auto....
Der Kopf ist leer, die Enttäuschung, aber auch der Stolz auf das geschaffte werden noch kommen. Im Moment überwiegt vorallem die Müdigkeit und die Erschöpfung.
Ja wir können Stolz sein, bei widrigsten Bedingungen haben wir immerhin 60 km geschafft (gute 50 auf der Strecke, ein kleiner Verlaufer und der Ausstieg). Um so mehr meinen Respekt an die Wenigen die das Ziel erreicht haben, super Leistung.
Unser Hauptproblem lag sicher im nicht einschätzen können des alpinen Geländes, bzw. dessen Wirkung auf uns, unser Tempo und unsere Kondition. Und dadurch und durch das Wetter bedingt die Fehler in der Planung (zu wenig Pausenmöglichkeiten, Start noch am Anreisetag...)
Wie auch immer, eine Erfahrung reicher sind wir, wir haben wieder super Menschen getroffen, gerade die Begegnungen in der Nacht mit Bernd haben viel schönes hinterlassen.
Und nun lassen wir es sacken und freuen uns auf 2 Wochen Sommerurlaub!
Mal sehen ob wir morgen noch laufen können (ja, erstaunlicherweise hielt sich der Muskelkater absolut in grenzen)
 
 

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